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"Dollar gegen Gesundheit": Der Handel mit Blut zwischen USA und Mexiko

Dollar gegen Gesundheit

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Dollar gegen Gesundheit": Der Handel mit Blut zwischen USA und Mexiko

Von Nora Wilker

Die Grenze zwischen USA und Mexiko ist unter Trump zum Symbol des Migrationsstreits geworden. Da spielt sich aber noch ein anderer Grenzverkehr ab: Der Handel mit menschlichem Blutplasma. Das zeigt die investigative ARD-Dokumentation "Bluthandel - Dollar gegen Gesundheit".

Auf der amerikanischen Seite der Grenze zu Mexiko tummeln sich Zentren zum Spenden von Blutplasma. Die Spender sind zu 99 Prozent Mexikaner, schätzt ein ehemaliger Mitarbeiter eines solchen Zentrums.

Das Blutspenden ist an der Grenze ein richtiger Handel. Die 21-jährige Genesis und ihr Vater Gameriel aus Mexiko überqueren die Grenze zwei Mal pro Woche. Gameriel ist Fitnesstrainer und verdient mit dem Spenden insgesamt das Vierfache wie bei seinem Job. Die Bezahlung ist für viele Mexikaner verführerisch: Mindestens 10.000 Menschen machen es jede Woche.

Dollar gegen Gesundheit

Spenderzentren machen Werbung, in der es heißt: Wer so viel spende, wie maximal in den USA erlaubt ist - also viermal im Monat - der kriegt einen Bonus extra. Also noch mehr Geld. Rechtlich ist das eine Grauzone. Offiziell ist diese Bezahlung eine "Aufwandsentschädigung". Aber die Firmen an der Grenze wissen, dass die Mexikaner sind auf das Geld angewiesen.

Gesundheitlich kann das andauernde Spenden zu Mangelerscheinungen führen. Die 21-jährige Genesis merkt das. Oft schlafen ihre Beine ein, manchmal wird ihr schwarz vor Augen und sie leidet an Migräne. Dass sie andauernd krank ist, liege definitiv am Blutspenden, sagt ein Arzt. Aber ohne das Geld vom Spenden kann sie ihre Ausbildung nicht finanzieren.

Problematisch ist: In den USA wird viel mehr Plasma gespendet als in Europa. Dadurch genießen sie eine Monopolstellung. Karl Lauterbach sagt: Die einzige Lösung sei, dass hier in Europa mehr gespendet wird, unter sichereren Bedingungen - dann wären die Europäer vom amerikanischen Markt unabhängig.

Stand: 11.10.2019, 12:00