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Zweite Staffel "Big Little Lies" startet

Nach der schicksalhaften Nacht der Schulgala haben Jane, Celeste und Madeline (v.l.: Shailene Woodley, Nicole Kidman, Reese Witherspoon) ein Geheimnis zu hüten.

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Zweite Staffel "Big Little Lies" startet

Von Emily Thomey

Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Meryl Streep - allein das Staraufgebot bringt "Big Little Lies" in die Schlagzeilen und zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Serie um eine Gruppe von Frauen an der Westküste der USA hat nicht nur wegen der Starriege ganz viele Menschen überzeugt.

Jetzt ist die zweite Staffel gestartet, aber es ist gar nicht so leicht darüber zu sprechen, ohne zu viel von der ersten Staffel zu spoilern. Im Finale der ersten Staffel stirbt jemand und wir sehen auch die Umstände.

Dass etwas passiert ist, wissen wir aber schon ab der ersten Folge der ersten Staffel von "Big Little Lies": Die Serie beginnt am Abend der Benefizgala einer Schule in Monterey Bay einer reichen Gegend der Westküste. Auf dieser Gala passiert der Todesfall. Die Polizei muss also herausfinden, ob es ein Unfall oder Mord war und befragt sämtliche Leute.

Madeline Mackenzie, großartig gespielt von Reese Witherspoon, ist eine von fünf Frauen, die in den Vorfall involviert sind und deren Leben wir in der ersten Staffel kennenlernen. Auf der Folie von reichen schnöseligen Leuten, deren Kinder sich mobben und die sich alle gegenseitig überbieten wollen, wird ernsthaft und bedacht von häuslicher und sexualisierter Gewalt erzählt.

Es wird nicht schwarz-weiß gemalt, die Schuldigen sind nicht so eindeutig auszumachen. Wer Täter und wer Opfer ist, verschwimmt, wie in dem Gespräch von Celeste, gespielt von Nicole Kidman, mit ihrer Therapeutin: "Er hat Probleme. Wir beide haben das Problem, dass, wenn wir uns lieben, dass das immer mit Aggression zu tun hat." Auf die Nachfrage der Therapeutin, ob ihr Mann sie verletze, entgegnet Celeste fast empört: "Nein, ich stehe zu meinem Teil davon! Ich bin hier kein Opfer."

Gerade bei solch intimen Innenansichten von Figuren wie Big Little Lies sie wagt, lauert das Klischee an jeder Ecke, aber die Macher schaffen die Gratwanderung, was mit Sicherheit auch mit den hervorragenden Schauspielerinnen zu tun hat.

In der zweiten Staffel spielt dann auch Meryl Streep, als die herrische Schwiegermutter mit. Sie weiß alles besser, aber sie ist auch klug, wenn sie sich entschuldigt und dabei direkt wieder verletzend wird: "In Wahrheit hatte es gar nichts mit Ihnen zu tun. Als ich im Internat war, hatte ich eine beste Freundin - oder dachte ich zumindest. Mit einer furchtbar quirligen Art, die im Grunde nur vertuschen sollte, wie hohl sie im Innern war. Und weil Sie mich so sehr an sie erinnern, bestrafe ich Sie wohl dafür und das ist nicht in Ordnung und dafür möchte ich mich gerne entschuldigen."

Big Little Lies ist psychologisch sehr intelligent erzählt, visuell poetisch und trotz der gewaltgeprägten Story leichtfüßig. Für jeden Serienfan ein Muss.

Stand: 12.06.2019, 15:31