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Der Pate von Bombay

Screenshot aus dem Film "Der Pate von Bombay": Polizist Sartaj Singh steht vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe

Sehenswertes aus Netz und TV

Der Pate von Bombay

Von Emily Thomey

Das Besondere an den neuen Streaminganbietern wie Netflix oder Amazon ist, dass sie einen globalen Markt ansprechen und nicht wie Fernsehsender immer explizit nur regional ihre Zuschauer finden | Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV.

Trotzdem gilt auch für Netflix und Co, die Zuschauer mit authentischen Geschichten zu begeistern, die die Lebenswelt der Menschen spiegeln. Geschichten also, die nicht nur in New York oder L.A., sondern auch in Berlin, Rom oder auch Bombay spielen.

Heute startet die erste indische Serie - von Netflix produziert. "Der Pate von Bombay" heißt sie auf Deutsch. Der Titel verrät uns schon, dass sich die Geschichte um einen Mafiaboss dreht. Anders als im Kultfilm mit Al Pacino legt der Pate von Bombay seinen Feinden keine abgehackten Pferdeköpfe ins Bett, aber er ist nicht weniger brutal.

Der indische Pate heißt Ganesh Gaitonde ist ein verschollener, aber immer noch berüchtigter Mafiaboss, der Drogen schmuggelt und unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat. Plötzlich taucht er wieder auf, kontaktiert per Telefon den Polizisten Sartaj Singh, gespielt vom Saif Ali Khan, der vor allem als Bollywood-Schauspieler bekannt ist: Der Polizist Sartaj habe nur 25 Tage Zeit, um die Stadt zu retten, warnt ihn der Mafiaboss. Was genau in 25 Tagen passieren wird, verrät Ganesh nicht, aber es ist sicher, dass alle sterben werden, wenn Sartaj nicht herausfindet, was Ganesh vorhat. Damit läuft also der Countdown und der Spannungsbogen steht.

Warum ruft der Mafiboss gerade diesen Polizisten an? Sartaj ist kein besonders erfolgreicher Polizist: Er versucht sich gegen seinen korrupten Polizeichef zu wehren, weiß aber keine Mittel gegen dessen erpresserischen Methoden und hat bisher auch kaum Fälle gelöst außer unwichtige Diebstähle, mit denen er nicht prahlen kann. Privat geht es ihm ebenso miserabel: Seine Frau hat ihn gerade verlassen und er spielt sogar mit Selbstmordgedanken. Offenbar hat der Mafiaboss Ganesh ihn aber nicht deswegen ausgesucht: Früher hat ihm der Vater von Sartaj einmal einen Gefallen getan. Den will er nun zurückgeben. Deshalb setzt er Polizist Sartaj auf die Fährte seines mörderischen Plans.

Die Serie ist durch und durch indisch und damit vor allem für den dortigen Markt: Die Geschichte basiert auf dem preisgekrönten, indischen Roman "Sacred Games" - so lautet auch der Originaltitel der Serie. Neben Saif Ali Khan, der den Polizisten spielt, ist auch der Rest der Besetzung hochkarätig und indisch. Die Regisseure genauso und natürlich spielt die Serie an Originalschauplätzen in der Megacity Bombay. Wer also eintauchen will in einen lokal verwurzelten, packenden Mafia-Thriller, der wird den "Paten von Bombay" gerne sehen. Aber die Serie wird hier genauso wie im Bollywood-fanatischen Indien eher eine Nische von interessierten Serienguckern ansprechen und vermutlich kein Blockbuster-Hit.

Stand: 06.07.2018, 11:21