Stunts, Schweiß und Tränen | Die Elite des Cheerleadings

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Mehr als nur Pompons

Stand: 17.06.2022, 10:00 Uhr

Cheerleader, so hat es uns das Kino lang in den Kopf getrommelt, das sind tanzende und hüpfende Mädels, die den coolen Quarterbacks zujubeln. Dabei ist Cheerleading ein Leistungssport, und was für einer. Das zeigt die WDR-Doku "Stunts, Schweiß und Tränen: Die Elite des Cheerleadings".

Von Nora Wilker

Die Doku porträtiert die "Dolphins Allstars", ein Cheerleading-Team aus Krefeld, das an der Weltspitze mitspielt. Zehn Monate lang haben die Filmemacher:innen die Cheerleader:innen und Trainer:innen begleitet. Im Traning sehen wir die Sportler:innen beim Stunts Üben, wie sie sich zu Pyramiden auftürmen oder so genannte Tumblings einbauen, Bodenturnelemente wie Handstände oder Flick-Flacks.

Cheerleading ist ein gefährlicher Sport, erzählen die Sportler:innen, "Ein Fuß, der falsch gesetzt ist und Mal im Gesicht landet, ein Ellenbogen, der runter kommt oder ein Finger gebrochen, das sind alles so Kleinigkeiten dann halt." Ein gebrochener Daumen wird vor einem Wettkampf auch einfach mal bandagiert und gut ist. Das harte Trainieren für die Weltmeisterschaft in Florida, bei der die Doku endet, ist für die Dolphins nicht nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Herausforderung.

Die Trainerin und Gründerin des Vereins, die von den Sportler:innen Oxi genannt wird, erkrankt an Leukämie und stirbt kurz vor den Landesmeisterschaften NRW. Oxis Tod trifft die Co-Trainerin Chantal und die anderen Sportler:innen sehr, viele im Verein kennen sich seit ihrer Kindheit. Allen war aber direkt klar: Wir machen weiter. Oxi hätte das so gewollt. Ein starker Moment der Doku, in dem wir sehen: Alle trauern, weinen, singen zusammen - und Cheerleading, der Sport, gibt ihnen dabei Halt. Bei den Landesmeisterschaften in NRW belegen sie Platz 1, in allen Kategorien.


Die Sportler:innen sind mental und körperlich stark. Und das in blau-silbernen Glitzeroutfits, kurzen Röcken, geschminkt und frisiert. Die Doku bricht mit den Vorurteilen, dass Cheerleader:innen nur rumhüpfen und mit ihren Puscheln irgendwen anfeuern. Das gelingt auch durch die Machart: In längeren Szenen sehen wir die Bewegungen der Sportler:innen teils in Zeitlupe, ihre Muskeln, trainierte Körper, mit Musik unterlegt. Eine Darstellung, wie wir sie sonst vielleicht eher von Fußballprofis kennen.

Ob die "Dolphins Allstars" die Weltmeisterschaft in Florida am Ende gewinnen? Guckt es euch an!