Sci-Fi-Serie "Devs" - Von Menschen und Quantencomputern

Screenshot: "Devs" - Mitarbeiterin der Devs Abteilungs vor dem Rechner sitzend.

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Sci-Fi-Serie "Devs" - Von Menschen und Quantencomputern

Von Emily Thomey

"Devs" erzählt davon welche Möglichkeiten Quantencomputer bieten, aber auch welche Gefahren sie heraufbeschwören.

"Devs" wird als Kunstwerk gefeiert. Die Abkürzung "Devs" steht für"Developments" also Entwicklungen und ist zugleich der Name der Entwicklungsabteilung eines Softwarekonzern. Hier wird der "neuste, heiße Scheiß" entwickelt. Die Serie überwältigt allein schon visuell: In einem wunderbar grünen Wald, dessen Bäume abends mit Lichtreifen beleuchtet werden, befindet sich der Softwarekonzern Amaya. Mit Gebäuden aus Beton und Glas so schön wie Skulpturen bevölkert von jungen gut-bezahlte Tech-Talenten.

Was macht Devs?

Alle - auch die lokalen Politiker*innen - wollen gerne wissen, an was die Devs Abteilung arbeitet. Der CEO von Amaya, Forest, gespielt von dem großartigen Nick Offerman, hält sich bedeckt. Devs an einem Algorithmus arbeite, der die Zukunft vorhersagen solle. Was genau das bedeutet, erfahren wir erstmal nicht, weil ein internes Drama um Sergei, einen Nachwuchsstar der Firma, in den Mittelpunkt gerückt wird.
Sergei hat es geschafft die Bewegungen eines realen Organismus für gute 30 Sekunden vorherzusagen. Jetzt darf er in den Hochsicherheitstrakt namens Devs. Die Abteilung liegt in einem riesigen Betonklotz, um dort hinzugelangen muss er mit einer Art vertikalen Aufzug durch ein mit Gold ausgelegtes Vakuum floaten. Dort wird Sergei vor einen Computer gesetzt und darf machen, was er will.

Was macht Sergei?

Auf die Frage, was er machen soll, sagt ihm Forest, dass er einfach den Code lesen solle und es dann schon selbst herausfinden würde. Allerdings kommt Sergei nicht nach Hause, seine Freundin Lily, die auch bei Amaya arbeitet, beginnt sich Sorgen zu machen und sucht schließlich nach Sergei. Also ein klassischer Kriminalfall eingebettet in eine Science-Fiction-Serie.
Aber darunter geht es um Quantenphysik, die Theorie, dass es nicht nur ein Universum gibt, sondern unendlich viele und damit auch unendlich viele Versionen von uns und unseren Handlungen. Oder das Verhältnis Mensch, Technik und Natur: Was bedeutet es, wenn Menschen hochkomplexe Technologien entwickeln, die sie selbst nicht mehr verstehen? Schnell wird die Serie richtig philosophisch aber nicht abgehoben.
Der Regisseur und Produzent Alex Garland hat einige Erfahrungen mit komplexen Geschichten gesammelt, zum Beispiel mit dem großartigen Film „Ex Machina“, in dem ähnliche Fragen gestellt werden. „Devs“ ist keine leichte Kost, aber unbedingt sehenswert.

Stand: 26.08.2020, 12:00