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"Dark Rider" – Blindes Vertrauen beim Motorradfahren

Blindes Vertrauen - Ben und Kevin versuchen Geschwingdigkeitsrekord aufzustellen. Salzseekulisse, zwei Motorräder.

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Dark Rider" – Blindes Vertrauen beim Motorradfahren

Von Emily Thomey

Blind Motorradfahren ist offenbar keine schlechte Idee. Es gibt sogar einen Weltrekord darin. Die Dokumentation "Dark Rider" zeigt wie schnell blinde Menschen fahren können.

Tatsächlich gibt es aber sogar einen eigenen Weltrekord im Guiness Buch der Rekorde, im Schnellfahren für blinde Menschen. Du brauchst dafür eine Person die sehen kann und dir Anweisungen gibt. Da ruft dann die sehende Person der blinden über Funk zu, mehr nach rechts, links oder eben geradeaus zu fahren. Kevin Magee fährt in "Dark Rider" mit seinem Motorrad über 200 Stundenkilometer hinter Ben Felten hinterher.

Ben Felten macht sich für Blinde stark

Der Australier Ben seit seiner Jugend eine Augenkrankheit, langsam sein Augenlicht verloren und war mit Mitte Dreißig dann komplett blind, wie er erzählt. "Ich musste mein Auto verkaufen und ein oder zwei Wochen später auch mein Motorrad, das meine Leidenschaft war. Danach habe ich meinen Job verloren, weil ich nicht fahren konnte und das hatte wiederum einen enormen Einfluss auf meine Beziehung, denn ich bin mit der Situation nicht zurechtgekommen. Ich wurde immer frustrierter und bin in eine tiefe Depression gefallen." Letztlich hat er die Kurve gekriegt und sein Leben dem Sport für Menschen mit Behinderung gewidmet.

Kevin Magee unterstützt Ben

Magee ist ehemaliger Grand Prix Gewinner, der bei einem Unfall auf der Rennstrecke nur knapp am Tod vorbei geschrammt ist. Sein Sohn war damals kaum drei Jahre alt und als es ihm wieder besser ging, war für ihn klar, dass er sein Leben ändern möchte. Er will all das Wissen, was er als Profi-Motorradfahrer gelernt hat weitergeben: "Außerdem hat meine Mutter, bevor sie starb immer die Ausbildung von Blindenhunden unterstützt. Es gibt hunderte von Wohltätigkeitsorganisationen. Aber wer hilft den Blinden? Diese Menschen werden übersehen und die Regierung tut so gut wie nichts."

Geschwindigkeitsrekord

Kevin Magee und Ben Felten sind über die Trainingszeit richtig gute Freunde und Vertraute geworden - schließlich muss ihre Kommunikation reibungslos funktionieren, sonst riskiert Ben sein Leben und Kevin ist dafür verantwortlich. Den Stunt vollführen sie auf dem Lake Gairdner, einem riesigem Salzsee, auf dem einmal im Jahr die Speed Week stattfindet, bei der Geschwindigkeitsfanatiker mit ganz vielen unterschiedlichen Gefährten so schnell wie möglich fahren. Das ist eine beeindruckend schöne Kulisse. Ansonsten nimmt uns die Doku mit in die Vergangenheit der beiden und zeigt auch den Teenager Jed, der Ben auf einer seiner Vortragstouren gesehen hat und selbst an einer ähnlichen Krankheit leidet. "Dark Rider" oder "Blindes Vertrauen", wie die Doku auf arte heißt, inspiriert den eigenen Leidenschaften nachzugehen - egal wie viele Menschen sagen, man müsse sie aufgeben.

Stand: 13.08.2021, 06:00