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"Coda"- Aufwachsen als Kind von gehörlosen Eltern

"Coda" - Ruby ( gespielt von Emilia Jones) auf dem Boot ihres Vaters.

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Coda"- Aufwachsen als Kind von gehörlosen Eltern

Von Emily Thomey

Der Feel-Good-Film hat auf dem Sundance Film Festival so viele Hauptpreise gewonnen wie kein anderer Film bisher und erzählt die Coming-Of-Age Geschichte eines Mädchens, deren Eltern taub sind.

Coda ist englische Abkürzung für "Child of Deaf Adults" oder im Deutschen "Kind von gehörlosen Erwachsenen". Ruby ist so ein Coda. Sie übersetzt alles, was die ihre Eltern und ihr älterer Bruder nicht hören können und spricht auch aus, was ihre Familie selbst mit den Händen sagt. Bis sie ihre große Leidenschaft für das Singen entdeckt.

Außenseiterin entdeckt ihr Talent

Ruby wird von einigen ihrer Mitschülerinnen gemobbt, weil sie zu Anfang in der Schule nicht so geredet hat, wie alle anderen. Man hat gehört, dass ihre Eltern taub sind. Außerdem kommt sie aus einer Fischerfamilie, was dazu führt, dass ihre Kleidung manchmal nach Fisch riecht. Zu den Beliebten gehört sie also nicht. Auch arbeitet sie neben der Schule mit ihrem Bruder und Vater auf dem Fischerboot - hat also wenig Zeit neben der Schule, was anderes zu machen. Als sie dann Teil des Schulchors wird, ist der Chormeister begeistert. Er will sie für die College-Aufnahmeprüfung unterstützen. Er macht ihr das Angebot, weil er sicher ist, dass sie Talent hat - dafür müsse sie aber Abends und am Wochenende mit ihm proben.

Eigene Wege gehen?

Rubys Familie kann erstmal nicht so viel mit ihren Plänen anfangen und haben auch Sorge, dass Ruby keine Zeit mehr hat, auf dem Boot zu helfen oder zu übersetzen. Gerade jetzt brauchen ihr Vater und Bruder sie besonders, weil das Geschäft sämtlicher Fischer der Gegend gefährdet ist. Ruby leidet unter dem gestiegenen Druck und zweifelt an der Idee, ihr bisheriges Leben aufzugeben, aber ihre Liebe zur Musik ist groß.
Wenn ihr euch jetzt erinnert fühlt an Coming-Of-Age-Geschichten wie "Verstehen Sie die Béliers?" oder "Jenseits der Stille" dann liegt ihr gar nicht so falsch. Hier ist eigentlich nur der Ort ein anderer und die Charaktere - aber die Story der Filme ähneln sich sehr.

Fell-Good-Film

Die Schauspieler und Schauspielerinnen von "Coda" sind aber wirklich herausragend. Allen voran Emilia Jones als Ruby, aber auch ihre Mutter, gespielt von Oscar-Gewinnerin Marleen Matlin. Mein Favorit ist ihr Vater Troy Kotsur, der so wunderbar direkt und humorvoll auftritt, dass er einer der Hauptgründe sein muss, dass der Film beim Sundance Film Festival so viele Preise gewonnen hat. Das Festival ist eigentlich bekannt ungewöhnlichere Filme zu prämieren und "Coda" hat trotzdem vier der Hauptpreise gewonnen. "Coda" ist ein rundum Feel-Good-Film, was eben richtig gut tut.

Stand: 11.08.2021, 11:44