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Chicks on Board

Screenshot: Chicks on Bord

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Chicks on Board

Von Emily Thomey

Surfen, Wellenreiten, mit dem Brett über die Wellen zu gleiten, ist zu einem weltweit verbreiteten Sport geworden. Doch oft heißt es, Surfen sei kein Sport für Frauen. Die Dokuserie "Chicks on Board" reist in fünf Länder und porträtiert überall Frauen, die beweisen, dass das Schwachsinn ist

Surfen, Wellenreiten, mit dem Brett über die Wellen zu gleiten, ist zu einem weltweit verbreiteten Sport geworden. Egal an welcher Küste, sind die Wellen gut genug, sieht man Menschen mit ihren Surfboards im Wasser. Trotzdem ist es immer noch so, dass es Mädchen und Frauen schwerer haben zu surfen. Nicht aufgrund ihrer körperlichen Fitness, sondern weil sie unterdrückt werden. Surfen sei kein Sport für Frauen, heißt es. Die Dokuserie "Chicks on Board" reist in fünf Länder und porträtiert überall Frauen, die beweisen, dass das Schwachsinn ist.

Allen gemeinsam ist, dass sie es über alles lieben, sich aufs Surfbrett zu stellen. Für Aneesha aus Mangalore im Süden Indiens hat das Surfen sogar einen ähnlichen Stellenwert wie im Ashram zu meditieren: "Es ist ein göttliches Gefühl. Dieses Gefühl von Verbundenheit mit der Natur, wie du dich den Kräften des Ozeans hingibst. Das ist für mich der spirituelle Aspekt." Aneesha gehört zu den wenigen Frauen in Indien, die surfen. Genauso ist auch Suthu eine Ausnahmeerscheinung - allerdings an der Küste Durbans, ihrer Heimatstadt in Südafrika: "Du nutzt die Kraft der Wellen zu deinem Vorteil und am Ende geht diese Kraft in dich über. Du lässt alles dort, wenn du raus paddelst. Für mich ist das wie eine Therapie." Surfen ist für die Frauen also Leidenschaft, Kraftspender und etwas heilsames und das, obwohl sie viel Gegenwind bekommen.

Der Gegenwind ist nicht nur wörtlich gemeint. Im übertragenen Sinne erlebt Suthu aus Durban vor allem viel Rassismus von ihren Mitmenschen. Als schwarze Surferin ist sie eine absolute Seltenheit, weil in ihrer Kultur das Wasser eine negative Konnotation hat. Im Wasser werden die ganzen Sünden, das Schlechte abgewaschen, deswegen sollte man sich da nicht aufhalten, heißt es. Die Eltern von Suthu kennen diese religiöse Haltung zum Wasser. Ihre Mutter hat aber auch noch andere Anfeindungen erlebt, weil ihre Tochter surft: "Sie sagen, das ist ein weißer Sport. Warum erlaubst du das deinem Kind? Sie kritisieren uns, wenn das Thema zur Sprache kommt. Was ich antworte? Es ist mir egal. Ich weiß, was meine Tochter will. Wir müssen sie dabei unterstützen." Auch Aneesha genießt genauso wie Suthu die Unterstützung von ihrer Mutter, die sie zu Wettkämpfen fährt und sogar ihren Mann verlassen hat, weil der nicht wollte, dass Aneesha surfen geht.

Alle surfenden Frauen sind außerdem Sexismus ausgesetzt. Egal ob in Südafrika, im Gazastreifen oder in Indien, Aneesha: "Die Männer hier können nicht damit umgehen, wenn Frauen unabhängig sind und ihre eigenen Ziele haben. Frauen sollen zuhause bleiben. Sie sagen: Die Shorts sind zu kurz, die Leute werden starren, die Sonne ist zu stark, deine Haut wird zu dunkel und so weiter und so fort."

Die Dokuserie "Chicks on Board" zeigt leichtfüßig und mit echt schönen Bildern der surfenden Frauen, das sie sich immer weniger von Vorurteilen beeinflussen lassen und stattdessen für Olympia trainieren, oder auch im hohen Alter als Omas noch mit dem Surfbrett auf den Wellen reiten wollen.

Stand: 05.12.2018, 10:30