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Doku-Serie: "Unzensiert - Bushido’s Wahrheit"

Bushido mit Ehefrau Anna-Maria Ferchichi und ihren neugeborenen Drillings-Mädchen

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Doku-Serie: "Unzensiert - Bushido’s Wahrheit"

Von Emily Thomey

Die Doku-Serie über Bushido erzählt wenig vom Rapgeschäft und viel von Bushidos Verhältnis zu Arafat Abou-Chakar.

Er ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Rapper: Die Rede ist von Bushido. Heute erscheint die Doku-Serie über und mit Bushido - "Unzensiert - Bushido’s Wahrheit" heißt sie - die den Rapper, aber auch den Familienvater mit Frau und Kindern über zwei Jahre begleitet hat und uns zeigt, wie Anis Ferchichi, wie Bushido bürgerlich heißt, die größten Krisen seines Lebens durchsteht.

Bushido Vater von sieben Kindern

Gerade erst ist er frisch Vater geworden von Drillingen, hat jetzt also sieben Kinder Zuhause und kommenden Monat soll sein nächstes Album erscheinen. Ein sehr guter Zeitpunkt, um so eine Doku-Serie zu veröffentlichen. Die Doku-Serie ist auch auf jeden Fall auf Bushidos Seite.

Unangenehme Fragen

Das Dokuteam darf in die privaten Räume von Bushido und seiner Frau Anna Maria, ist bei Umzügen mit dabei, wir sehen private Familienfotos - aber Bushido beantwortet auch unangenehme Fragen, genauso wie auch seine Frau Anna Maria beispielsweise davon erzählt wie sie sich 2014 von Bushido trennte: "Ja, dann kam es am Abend zur Diskussion, aufgrund der Situation am Bodensee mit Arafat. Das ich gesagt habe: ‚Warum hast du dich nicht positioniert? Ich kann nicht mehr. Das geht nicht.‘ Dann ist es sehr eskaliert und dann mein Auszug am nächsten Tag." Damals war der als so genannte "Clanchef" Arafat Abou-Chakar offiziell Bushidos Manager, Bushido hat Abou-Chakar viel Geld gezahlt, obwohl Abou-Chakar unter Verdacht im organisierten Verbrechen unterwegs zu sein und ein Gegner von Bushidos Frau Anna Maria war.

Das Verhältnis von Bushido und Arafat Abou-Chakar

Bushido und seine Frau sind mittlerweile wieder zusammen und Bushido hat auch gegen Abou-Chakar vor Gericht ausgesagt. Das ist auch die Hauptgeschichte der Doku-Serie: Das Verhältnis von Bushido und seiner Familie zu der Familie von Abou-Chakar. Man merkt, dass Chefreporter der BILD Peter Rossberg die Doku gemacht hat. Bushidos Biografie wird nur im Ansatz aufgerollt, wie er Rapper wurde und mit dem Label Aggro Berlin seine ersten Erfolge feierte, dann mit Abou-Chakars Hilfe gewaltsam aus dem Vertrag rausgekommen ist und nach eigenen Angaben viele Jahre unter Abou-Chakars Kontrolle gelebt und gearbeitet hat. Rausgekommen ist Bushido da auch nur mit größter Anstrengung, so sagt er: "Ich hatte Angst um mich und um mein Leben. Es gibt keine Trennung, es gibt kein Abou-Chakar ohne Bushido und es gibt kein Bushido ohne die Abou-Chakars und blabla. und ich so: Wie bitte? Ich bin dein Eigentum. Ich bin doch meine Firma. Ich bin doch Bushido. Was? Du willst weg von mir, du Bastard? Wie redest du mit mir? Bam." Letztlich hat Bushido sich aber von Abou-Chakar getrennt und steht jetzt mit seiner Familie unter Polizeischutz, aus Sorge vor einem Anschlag.

PR in eigener Sache

Viel, was wir sehen, ist schon bekannt gewesen, aber es ist natürlich noch mal besonders in Szene gesetzt, es auch von den Bushido und seiner Frau in dem Detail so zu hören. Außerdem kommen auch andere Größen aus dem Musikbusiness zu Wort wie Sido oder LKA-Beamten und Journalisten, die sich mit dem Fall beschäftigt haben. Die Doku-Serie ist aber ganz klar keine unabhängige Darstellung, sondern reiht sich eher ein in die Image-Pflege von Bushidos Eigendarstellungen.

Stand: 26.11.2021, 16:00