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"BrainDead" - Sci-Fi-Satire macht US-Politik begreifbar

BrainDead - Ameisen Aliens aus dem All kriechen in Richtung eines Mannes, der auf dem Bett liegt, Screenshot Trailer

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"BrainDead" - Sci-Fi-Satire macht US-Politik begreifbar

Von Emily Thomey

Ihr versteht den politischen Wahnsinn nicht? Die Serie "BrainDead" liefert eine unterhaltsame Erklärung: Aliens.

Nehmen wir an, Donald Trump ist deswegen so wie er ist, weil in seinem Kopf kleine Aliens sitzen und ihn delegieren. Das ist natürlich nicht der Fall, würde aber rückblickend einiges erklären, was die letzten Jahre so passiert ist. Das ist auch die Prämisse der Serie "BrainDead". Sie spielt in Washington, wo die US-Politik ihre Kämpfe ausfechtet und Aliens in die Köpfe der Menschen krabbeln. Dort übernehmen sie die Macht oder lassen auch mal Köpfe explodieren.

Sci-Fi-Satire

Die Mischung aus Science Fiction und politischer Satire spielt in einer alternativen Welt, macht zwar Verweise auf reale Politiker und Politikerinnen, aber ganz eindeutig ist nichts davon ernst gemeint. Hauptfigur ist die Dokumentarfilmerin Laurel Healy, die für ihren aktuellen Film Geld braucht. Ihr Vater überredet sie, für ihren Bruder zu arbeiten, der in Washington D.C. Senator der demokratischen Partei ist und gerade niemandem in seinem Büro vertraut. Laurel hasst Politik, ist über die familiäre Verbindung trotzdem vertraut mit vielem und braucht das Geld. Bald werden ganz andere Fähigkeiten von ihr verlangt, weil eben jene Aliens, die wie kleine Ameisen aussehen, in die Köpfe der Menschen klettern - egal welcher Partei - und für Chaos sorgen.

Gesunder Alien- statt  Menschenverstand am Werk

Das Autorenteam Michelle und Robert King kennen wir auch von anderen politisch angehauchten Serien wie "The Good Wife" oder "The Good Fight".  Auch "BrainDead" funktioniert wieder sehr gut, weil die beiden sich weder auf die eine Seite noch auf die andere Seite der politischen Arena schlagen und durch die Sci-Fi-Alien-Story ein Grundgefühl aufgreifen, was bestimmt viele immer wieder habe, wenn es um politisches Gehabe geht: Statt gerade heraus zu sagen, was Phase ist, was wer will, wird taktiert, getäuscht und oft genug wirkt es dann, als wären geheime Kräfte am Werk, statt sauberer Menschenverstand.
Für Fans von Michelle und Robert King wird die Serie besonderen Spaß machen, weil ihre Handschrift immer wieder deutlich wird. Zum Beispiel, wenn wir statt einer Standard-Zusammenfassung zu Anfang einer Folge, eine Musical Version davon hören. Auch sonst gibt es viele andere Momente, die mich zum Schmunzeln oder Lachen gebracht haben, und ganz sicher kann niemand den Plot vorhersehen, so abgefahren ist er.

Die Ameisen aus dem All sind an allem Schuld

Empfehlen kann ich die Serie jeder und jedem, der oder die Bock auf Science-Fiktion hat und Satire mag. Leider ist die Serie schon etwas älter. 2016 wurde sie in den USA veröffentlicht. Das heißt, auch wenn sie jetzt erst ihre Deutschlandpremiere bei Joyn feiert: sie wirkt mit ihren Verweisen auf die amerikanische Politik ein bisschen alt, weil mit der Trump-Ära eine sehr absurde Realität schon hinter uns liegt. Aber das Schauspielerensemble ist echt gut, mit Mary Elizabeth Winstead oder Tony Shalhoub, den viele aus Monk kennen. Außerdem tut es gut, eine so einfache Erklärung für politischen Wahnsinn zu haben: Die Ameisen aus dem All sind an allem Schuld!

Stand: 28.04.2021, 14:00