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Human Rights Film Festival – "Bangla Surf Girls"

"Screenshot: "Bangla Surf Girls"

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Human Rights Film Festival – "Bangla Surf Girls"

Von Nele Posthausen

Eine Gruppe von jungen Mädchen hat in Bangladesch nur eine Liebe: das Surfen. Die Dokumentation "Bangla Surf Girls" begleitet sie in ihrer Leidenschaft – und bei den zugehörigen Krisen.

Schon der Trailer ist anziehend: Rasante Aufnahmen mit der GoPro-Kamera auf dem Surfbrett, ungeschönte Bilder aus dem Alltag in Bangladesch und vor allem: ausdrucksstarke junge Frauen, die einen Traum haben. "Früher bin ich am Strand englanggegangen und habe Eier verkauft", lacht Suma. "Eier, Eier, habe ich gerufen. Oft habe ich angehalten, um den Surfern zuzuschauen, bis mich der Surf-Lehrer gefragt hat, ob ich auch mal Surfen will. Ich könnte mir nichts mehr wünschen!"

Auf den ersten Blick scheint das Surfen wie eine einfache Ausflucht aus dem harten Alltag in Bangladesch. Filmemacherinnen sind Lalita Krishna und Elizabeth D. Costa, die in Bangladesch die Mädchen mit der Kamera begleitet hat. Am Anfang dachte sie, dass sie hier die klassische Heldinnen-Geschichte finden würde: Ein Mädchen, das aus armen Verhältnissen ausbricht, weil es surfen lernt und dann Champion bei Wettbewerben wird. Aber Produzentin Lalita Krishna sagt, diese Rebellion kann zu einer echten Krise werden, wenn die Eltern und die Verwandten die Mädchen nicht unterstützen können: "Es ist ein bisschen komplizierter. Einfach wäre es, den Eltern oder der Gesellschaft die Schuld zu geben. Aber das wahre Problem ist die Armut. Sie sind in dieses Leben voller Armut hineingeboren und es gibt keinen einfachen Weg daraus."

Die Mädchen sind 13, 14, 15 Jahre alt und ihre Familien wollen vor allem eines: Dass sie ein sicheres Leben haben, Geld nach Hause bringen und verheiratet werden können. Wir haben es also nicht mit einem in Hollywood oft so simpel wirkenden Happy End zu tun. Dafür ist das Human Rights Film-Festival vielleicht kein Garant. Eröffnet worden ist das Festival in diesem Jahr mit dem Film "Sabya", der der Frage nachgeht, was mit Frauen und Mädchen passiert, die vom Islamischen Staat entführt wurden. Solche Filme sollen niemanden retten, aber sie sind wichtige Zeugnisse und können unser Bewusstsein für ein Problem schärfen.

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Das Human Rights Filmfestival Berlin läuft noch bis Ende der Woche in der BUFA am Tempelhofer Feld.

Stand: 22.09.2021, 09:00