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"And when a year had passed" – Beziehungen in Berlin

Screenshot: "And when a year had passed"

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"And when a year had passed" – Beziehungen in Berlin

Von Nele Posthausen

Gerade während der Pandemie ist es nicht immer einfach für die Liebenden: Die Web-Serie "And When A Year Had Passed" erzählt schwierige Liebes-Dialoge des Berliner Nachtlebens.

Dating während Corona ist kompliziert: Für Hetero-Pärchen in gemütlichen Wohnungen, für queere Tänzer*innen, die seit einem Jahr auf keiner Party mehr waren und auch für Sophie und Gen vom Podcast trans_sein: "Der Druck ist ja in manchen Kontexten vielleicht noch mehr da, dass jetzt etwas passieren muss. Vielleicht weil man sich allein fühlt, in der großen Stadt", überlegt Sophie. Und während die zwei in ihrer Episode der Web-Serie schon die ganze Zeit über die mögliche, aber anscheinend nicht wirklich gewollte Heirat miteinander witzeln, entgegnet Gen: "Es gibt ja bestimmt ganz viele Liebesgeschichten, bei denen man sich kennen lernt und dann jahrelang passiert nichts und dann plötzlich … heiratet man doch."

"And When A Year Had Passed" besteht aus sehr unterschiedlichen Episoden. Statt Rotem Faden gibt es eher einen Rahmen: Diesen bilden Andreas, Mia und Nora. Nora ist in einer Beziehung mit Andreas – hat aber auch mit Mia geschlafen. Der Streit um diesen "Seitensprung", aber auch die alltäglichen Diskussionen des Paares tauchen immer wieder in der Serie auf.

Filmemacherin Franziska Schiedung hat in Berlin Film studiert. Für sie ziehen sich zwei Themen durch die Serie: Covid-19 und die Liebe als Gegenentwurf. Dass die Arbeit so überhaupt entstanden ist, ist ebenso ganz klar von der Pandemie beeinflusst ist, erzählt sie: "Da gab es die Idee: wir möchten etwas machen, das schneller funktionieren kann und das wir auch in kleinen Teams umsetzen können". Ein wenig aus der Not heraus also, aber auch mit viel Liebe und Respekt ist eine filmische Form entstanden, die sie "punk style" nennt.

Der Name deutet auf das "egal, einfach machen"-hin, das in der Serie steckt. Alles sieht sehr selbstgemacht aus, Do-It-Yourself-Style. Deutlich ist auch, dass bei den Aufnahmen zum Beispiel nicht mit zusätzlichem Licht gearbeitet wurde.

Franziska Schiedung selbst gefällt die Form der Web-Serie vor allem, weil sie in einer Episode nur "eine bestimmte Essenz einer Geschichte" erzählen kann. Das klappt: die Episoden sind sehr dicht und in sich total stimmig.

Stand: 02.07.2021, 09:03