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Ruhm, der nicht sein sollte

Screenshot aus der New York Times Mediathek

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Ruhm, der nicht sein sollte

Von Christian Werthschulte

Was wäre wenn wir eigentlich berühmt geworden wären? So dass man uns auf der Straße erkennt? Die Webserie "Almost famous" der New York Times stellt Menschen vor, bei denen das fast geklappt hätte. Und die dann doch unbekannt geblieben sind.

Einer davon ist Sängerin Kim Hill. Sie ist Gründungsmitglied des HipHop-Projekts Black Eyed Peas, war bei den ersten Singles und Touren dabei. Und kurz bevor die Black Eyed Peas ihren Durchbruch hatten, hat sie die Band verlassen, wenn auch aus anderen Gründen, wie viele meinen. Sie haben die schwarze Sängerin gefeuert und hatten mit der weißen den Durchbruch - so haben viele die Entwicklung der Black Eyed Peas zu einem der größten Acts des Global Pop wahrgenommen. Kim Hill, die schwarze Sängerin, sagt: So war es nicht. Sie ist im Jahr 2002 freiwillig gegangen. Und um das klarzustellen, hat sie mit der New York Times ein Kurzporträt gedreht: "Kim I am" - in Anspielung an den Black Eyed Peas-Rapper Will.I.am.

Der Grund, die Black Eyed Peas zu verlassen, sei der Sexismus des Musikgeschäfts gewesen, sagt Hill darin. Das Management hatte von ihr gefordert, dass sie sexy Posen in den Musikvideos und auf der Bühne einnimmt. "Von mir wurde verlangt, dass ich mich an Will I Am schmiegen sollte - im Badeanzug", erzählt sie im Video. "Es gab ein Tauziehen um meine Sexualität und wie weit ich mich wortwörtlich nackig machen würde. Ich wollte nie durch meine Musik zum Sexobjekt werden." Für Kim Hill war die große Musikkarriere damit zu Ende. Sie versteht aber, warum ihre Ex-Bandkollegen all das mitgemacht haben. Diese kamen aus dem Osten von Los Angeles, einer armen Gegend. Sie hatte dagegen einen Mittelklassebackground, der ihr geholfen hat. Heute hat sie ein Kind und tritt weiter als Sängerin auf - aber auf einem viel kleinerem Level.

"Kim I am" ist Teil einer ganzen Serie über Menschen, die fast berühmt geworden wären. Die heißt dann auch passend "Almost famous". Nicht berühmt wurden sie wegen Sexismus, Rassismus oder weil sie ökonomisch zu schwach waren. Mit dabei sind die Liverbirds, eine Girl Band aus Liverpool, die in den 60ern die neuen Beatles hätte werden können. Aber die Band wollte nicht oben ohne auftreten, was ihre Karriere beendet hat. Ed Dwight dagegen hätte der erste Schwarze im Weltraum werden können, aber der Rassismus innerhalb der NASA hat das verhindert. Sie sind zwar nicht berühmt, aber ihre Geschichten sind dennoch nicht vergessen.

Stand: 10.01.2020, 14:51