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Screenshot "A League Of Their Own" - Das Baseball Tema steckt die Köpfe zusammen, um sich anzufeuern.

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"A League Of Their Own"

Stand: 11.08.2022, 14:59 Uhr

Das Serien-Remake des Kultfilms über die erste Frauen-Baseball-League erzählt LGBTQI+-Geschichten auf eine neue Art. Humorvoll, verletzlich und vielleicht hier und da ein bisschen utopisch.

Von Emily Thomey

 

Geschichten über queere Charaktere haben es für gewöhnlich schwer gehabt. Wer schwul, lesbisch, bi, trans - also LGBTQI+ ist, hat - wenn überhaupt - meist nur die tragischen Geschichten abbekommen. Die, in denen vor allem die Diskriminierung im Vordergrund steht. Drama. Tragödie. Nix Ende gut, alles gut. Das ändert sich zum Glück langsam. Das Serien-Remake "A League Of Their Own" erscheint jetzt bei Amazon Prime und erzählt queere Geschichten, ohne sie auf die diskriminierenden Momente zu reduzieren.

Remake des 90er Jahre Klassikers  

Weder Geena Davis, noch Madonna oder Tom Hanks, die alle in dem Kultfilm der 90er Jahre zu sehen waren, tauchen auf und die Geschichte dreht sich auch nicht mehr nur um eine weiße Baseballerin, damals gespielt von Davis, die in der ersten Frauen-Baseball-Liga spielt. Dennoch ist die Prämisse die Gleiche: Als der zweite Weltkrieg im vollen Gange war, durften in den USA aus Männermangel plötzlich Frauen Baseball spielen - eine Revolution. Die Presse konnte damals nicht glauben, dass es dafür ein Publikum gibt. Die Gründer der ersten Frauen-Baseball-Liga - die Liga gab es wirklich - versichern, dass die Frauen trotzdem total weiblich bleiben würden: keine Hosen, kein Gespuckte, kein Gerempel - all das wird’s dann aber trotzdem geben.

Screenshot "A League Of Their Own" - Max muss einen Job in der Fabrik annehmen um eine Chance zu bekommen im Baseball Team zu spielen.

Besessen vom Baseball

Die Serie "A League Of Their Own" hat aber eben zwei Hauptfiguren: Die verheiratete weiße Carson, deren Mann im Krieg ist und deren einziges Interesse Baseball ist. In der Liga merkt sie dann, dass sie bisexuell ist, verliebt sich in eine Co-Spielerin und sowieso ist ihre Mannschaft ist voll von queeren Charakteren. Die zweite Hauptfigur ist Max. Sie ist genauso Baseball versessen wie Carson, aber als Schwarze von der der Liga ausgeschlossen. Max versucht alles, um ihre Pitcher-Qualitäten zu zeigen und irgendwann kreuzen sich auch die Wege von Max und Carson.

Humor macht den Unterschied

Aber bis dahin hast du vor allem sehr viel gelacht, weil die Serie humorvoll auf die vielen Hindernisse schaut, die den queeren Frauen im Weg liegen: sexistische Fans, noch sexistischere Trainer, eigene Unsicherheiten aber auch einfache zwischenmenschliche Dramen innerhalb des Teams. Ich finde die Charaktere und Schauspielerinnen einfach alle so gut, liebenswert und außergewöhnlich, dass ich dir keinen Favoriten nennen kann. Macherin und Hauptdarstellerin Abbi Jacobson versprüht außerdem den Humor, den ich in ihrer Vorgängerserie "Broad City" schon so mochte: Ihre Figuren sind ungeschickt, unsicher, verletzlich und gleichzeitig rough, erfolgreich und auch bezaubernd "A League Of Their Own" wird es in meine Top 10 Serien des Jahres 2022 schaffen, vielleicht sogar in die Top 5. Mehr Serientipps im COSMO Serienpodcast Glotz und Gloria.