Hendrik Bolz

Hendrik Bolz - "Nullerjahre"

Stand: 19.02.2022, 15:33 Uhr

Falls euch der Name Hendrik Bolz nichts sagt, dann tut es vielleicht sein Künstlername "Testo" oder aber der Name seiner Band: "Zugezogen Maskulin". Seit 10 Jahren macht Hendrik Rapmusik und steht jetzt zum ersten Mal nicht im Platten-, sondern auch im Bücherregal. Sein erstes Buch "Nullerjahre" ist diese Woche auf der Spiegel-Bestsellerliste eingestiegen und das vollkommen zu recht!

Von Mona Ameziane

Hendrik Bolz liest aus "Nullerjahre"

1LIVE Stories. 20.02.2022 56:24 Min. Verfügbar bis 20.02.2023 1LIVE


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Hendrik ist im Jahr 1988 in Stralsund, in Mecklenburg-Vorpommern, geboren und somit als klassisches Nachwendekind in der ehemaligen DDR aufgewachsen. In seinem Buch erzählt er von seiner Kindheit zwischen zwei Welten und einer Jugend ohne Orientierung. Sätze wie "Große Jungs weinen nicht" und "Der Klügere gibt nach" gehörten genauso in sein Leben, wie Glatzen, Gras und Bomberjacken. Wer cool sein wollte, musste hart bleiben, ein Täter sein und Opfer finden. Wer cool sein wollte, muss mitlaufen, mitsaufen und im richtigen Moment fressen, statt gefressen zu werden.

"Nullerjahre" ist ein ehrliches und schonungsloses Buch voller Erinnerungen, die nicht nur beim Lesen schmerzen, sondern sicher auch dem Autor beim Schreiben weh getan haben. Hendrik Bolz beschreibt die Gewaltstimmung im Osten der Nachwendezeit auf so eine besondere Art, dass man gar nicht aufhören kann zu lesen und sich dabei wünscht, die Geschichten wären alle nur erfunden. In der Lesung in 1LIVE sprechen wir mit ihm über die Frage, ab wann man ein Nazi ist, wie man mit Schuldgefühlen aus der Vergangenheit umgeht und über den Punkt, an dem sein Leben sich gewandelt hat.

Das Buch in einem Satz

Die Jugend von Musiker Hendrik Bolz zwischen Gewalt, Nazis und Drogen in den Nullerjahren im Osten.

Besonders weil

Hendrik Bolz einen ganz eigenen Stil hat, der von Wiederholungen und Songzeilen im Text geprägt ist.

Für Fans von

"Nachwendekinder" von Johannes Nichelmann, "Mit der Faust in die Welt schlagen" von Lukas Rietzschel