Illustration: Kopf eines Mannes in blau, gefüllt bis obenhin, eine Träne läuft.

LUFT

Stand: 18.02.2022, 10:28 Uhr

Klimakrise, Gesundheitskrise, Migrationskrise, Rohstoffkrise, Schuldenkrise, Demokratiekrise, Wohnungskrise... Überall herrscht Krise. Die Welt und ihre Bewohner:innen sind angesichts sich multiplizierender Krisen erschöpft.

Von Barbara Eisenmann

Die Form des Requiems als gemeinsamer Erfahrungsraum der Trauer um Verlorengegangenes, der Wut auf zerstörerische Lebensverhältnisse und der Bekräftigung eines zukünftigen Lebens eignet sich zur Bearbeitung von Krisenerfahrungen. Ein polyphones Subjekt aus sprechenden und singenden Stimmen blendet Vergangenheit und Gegenwart des Kapitalismus und seiner Krisen ineinander und stützt sich dabei u.a. auf Sachtexte zeitgenössischer politischer Theorie sowie Slogans, Hashtags, Lyrics politischer Bewegungen.

Der erste Teil (Requiem Aeternam) handelt vom Schmerz über die Verluste, der zweite (Dies Irae) von der Wut auf die Zerstörungen und der dritte (Lux Aeterna) von der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Das Requiem wird hier im Sinne einer Versuchsanordnung begriffen: Kann das kollektive Trauern das Utopische eines Gemeinsamen erzeugen?

Mit Britta-Ann Flechsenhar, Torsten Föste, Felix Herrmann, u.a.

Von Barbara Eisenmann
Komposition: Frieder Butzmann
Regie: Barbara Eisenmann
Dramaturgie: Wolfram Wessels
Produktion: SWR/DLF/WDR 2021/53'

Ausstrahlung: 10. Januar 2022 in 1LIVE