Schwarzweiß-Aufnahme von KZ-Häftlingen im Steinbruch.

Erfindung einer Sprache

Erfindung einer Sprache

Er will nicht mehr in den Steinbruch. Er weiß, dass er da nicht überleben wird. Die Arbeit in der Küche ist viel angenehmer. Aber wie soll er das anstellen?

April 1944: schon lange ist der ehemalige Physikstudent Straat im KZ. Zu lange. Um zu überleben, muss er sich etwas einfallen lassen. Also bietet er sich dem Aufseher Battenbach, der nach dem Krieg in Persien leben will, als Persisch-Lehrer an. Das verschafft ihm kleinere Privilegien und ausreichend Essen. Doch es ist ein gefährliches Spiel. Denn irgendwann könnte Battenbach herausfinden, dass Straat gar kein Persisch kann. Und dass die Sprache, die er gerade lernt, gar nicht existiert.

Wolfgang Kohlhaase (geboren 1931) gilt als einer der bedeutendsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte. So hat er u.a. Bücher für Filme von Bernhard Wicki, Volker Schlöndorff und Andreas Dresen verfasst. „Erfindung einer Sprache“ wurde 2020 unter dem Titel „Persischstunden“ mit Nahuel Perez Biscayart und Lars Eidinger verfilmt. Wolfgang Kohlhaase lebt in Berlin.

„Erfindung einer Sprache“ ist erschienen im Erzählband „Erfindung einer Sprache und andere Erzählungen“ (Wagenbach Verlag).

von Wolfgang Kohlhaase
gelesen von Nils Kretschmer
Regie: Susanne Krings
Produktion: WDR 2022 / 56’