Keinjobcenter + Wie ich mal in die Kneipe ging..

Putzender Mann

1LIVE Shortstory

Keinjobcenter + Wie ich mal in die Kneipe ging..

Arbeitslos und Spaß dabei? Nicht mit dem Jobcenter. Vor lauter Bürokratie wird es glatt zum „Keinjobcenter“. Und bevor man sich das antut, sollte man vielleicht lieber putzen gehen.

Keinjobcenter

„Eine gute Idee ist es, gegen einen Stromzaun zu pullern, aber nicht, zum Jobcenter zu gehen, wenn man Hilfe braucht“. Zu dieser Erkenntnis kommt eine junge Frau, nachdem sie Anträge ausgefüllt hat, gegen die jede Steuererklärung ein Witz ist. Für sie beginnt eine scheinbar endlose Reise durch bürokratische Abgründe, während der die Zeit so langsam vergeht, als müsste für jede Minute erst ein Antrag ausgefüllt und genehmigt werden, damit sie vergehen darf…

Wie ich mal in die Kneipe ging, um überhaupt nichts Neues zu erfahren, niemanden kennenzulernen und nichts zu trinken

Delle will in der Kneipe nicht quatschen und nicht saufen: Er putzt den Laden, in dem er sich früher betrunken hat. Er ist mit Absicht nichts geworden und das muss man karrieremäßig auch erst mal durchziehen, findet er. Geschafft hat er aber doch was: Früher war er nämlich ein großer Trinker und heute ist er ein großer Putzer!

Kirsten Fuchs, 1977 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren, gewann 2003 den renommierten Literaturwettbewerb Open Mike. Für ihren Roman „Mädchenmeute“ erhielt sie 2016 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Sie ist Begründerin und Mitglied der Lesebühne „Fuchs und Söhne“.

„Keinjobcenter“ und „Wie ich mal in die Kneipe ging, um überhaupt nichts Neues zu erfahren, niemanden kennenzulernen und nichts zu trinken“ sind erschienen im Erzählband

„Signalstörung“ von Kirsten Fuchs

(Rowohlt Berlin Verlag).

von Kirsten Fuchs
gelesen von Svenja Wasser und Jonas Baeck
Regie: Susanne Krings
Produktion: WDR 2018/ca.56’

Stand: 17.08.2018, 15:08