Der Mann, der an Gedichte glaubte

Der Mann, der an Gedichte glaubte

Der Mann, der an Gedichte glaubte

Der Mann, der an Gedichte glaubte

Den Scheck für ein Drehbuch in der Tasche, möchte ein junger Autor im nächtlichen Berlin der 80er Jahre noch ein bisschen feiern. Wenn ihm nur nicht dauernd dieser Typ mit der Schiebermütze folgen würde.

20.000 Mark für ein Drehbuch – ziemlich viel Geld für einen Autor, der früher Gedichte geschrieben und damit kaum einen Pfennig verdient hat. Auf jeden Fall ein Grund zum Feiern. Aber irgendwie hält er es in keinem Laden besonders lange aus. Und egal, wo er auch hingeht – überall sieht er diesen komischen Typen mit der Schiebermütze und dem Schnauzbart. Als er ihn schließlich anspricht, wird klar, warum: Hugo ist auch Dichter. Und vielleicht sein größter Fan. Ein Fan seiner Gedichte. Denn die sind, im Gegensatz zu Drehbüchern, schließlich die reine Wahrheit… oder?

Jörg Fauser (geboren 1944 in Bad Schwalbach, gestorben 1987 in München) war ein deutscher Journalist und Autor. Er gilt als Wegbereiter der Underground-Literatur in Deutschland. Sein Roman "Der Schneemann" wurde 1984 mit Marius Müller-Westernhagen verfilmt.

"Der Mann, der an Gedichte glaubte" ist erschienen im Erzählband "Wenn alle anderen schlafen" (Diogenes Verlag).

von Jörg Fauser
Regie: Susanne Krings
Produktion: WDR 2020/ca. 56’