Nichts von all dem

Haus

1LIVE Shortstory

Nichts von all dem

Mutter und Tochter machen Hausbesuche, aber mal anders.

Was fasziniert die Mutter so an den Häusern anderer Menschen? Seit die Tochter denken kann, fährt sie mit ihrer Mutter herum und muss mit ihr fremde Häuser angucken. Die Fassade, die Gärten, die Vorgärten – und natürlich auch das Innere. In Abwesenheit der Bewohner!

Und es bleibt nicht beim Angucken. Sie nehmen Blumen und Töpfe aus den Gärten mit, versetzen  Briefkästen, verstellen Gießkannen. Auch in den Häusern wird einiges umdekoriert und das eine oder andere Andenken eingesteckt. Als die Mutter mal wieder in einem reichen Haus in den Schubladen wühlt und eine Zuckerdose einpackt, wird die Tochter wütend. Warum das alles? Sie stellt ihre Mutter zur Rede. Aber erst als wenig später die Besitzerin der Zuckerdose ihr Eigentum zurückverlangt und anfängt, die Wohnung von Mutter und Tochter zu durchwühlen, beginnt die Tochter zu verstehen.

Samanta Schweblin, 1978 in Buenos Aires geboren, studierte Filmwissenschaft und leitete eine Webagentur. 2002 erschien ihr erster Erzählband. Ihre Bücher  wurden bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit verschiedenen renommierten Preisen ausgezeichnet. Schweblin lebt und arbeitet in Berlin.

„Nichts von all dem“ ist erschienen im Erzählband „Sieben leere Häuser“ von Samanta Schweblin (Suhrkamp Verlag).

von Samanta Schweblin
gelesen von Lola Klammroth
Regie: Susanne Krings
Produktion: WDR 2019/ca. 56‘

Stand: 24.04.2019, 09:57