Leander Steinkopf - "Stadt der Feen und Wünsche"

Autor Leander Steinkopf

1LIVE Klubbing

Leander Steinkopf - "Stadt der Feen und Wünsche"

Wer sich beim Titel „Stadt der Feen und Wünsche“ eine märchenhafte Fantasy-Geschichte vorstellt, der wird von Leander Steinkopfs Buch enttäuscht sein. Oder auch nicht – je nachdem wie viel er von märchenhaften Fantasy-Geschichten hält. 

Tatsächlich ist „Stadt der Feen und Wünsche“ ein total realistisches Buch. Eins, das manchmal vielleicht sogar schon zu realistisch ist. Es erzählt die Geschichte von einem Typen Ende zwanzig, der in Berlin durch die Straßen schlendert. Er läuft geradeaus, genau durch die Mitte, gegen den Strom der Gesellschaft. Und zwischen den Menschen, die krampfhaft versuchen jeden Tag aufs Neue zu funktionieren, macht er sich seine Gedanken über die Stadt, das Leben, die Leute und das Leid. Für ihn ist nämlich alles Leid – sogar das, was für andere eigentlich keins ist. Radfahrer verpesten die Umwelt durch ihre Vorbildlichkeit, Küssen ist nicht mehr als ein mechanisches Herumwühlen im Mund des anderen und Menschen sind entweder langweilig oder verrückt – dazwischen gibt es nichts.

 

Leander Steinkopf liest aus "Stadt der Feen und Wünsche"

1LIVE Klubbing | 18.02.2018 | 44:26 Min.

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Und trotzdem ist der der Ich-Erzähler im Buch von Leander Steinkopf kein unsympathischer Kerl. Eher einer, den man kurz mal feste umarmen möchte mit den Worten „Alles wird gut“.

„Stadt der Feen und Wünsche“ ist ein Spaziergang durch Berlin, der etwas andere Stadtführer. Einer, der die Hauptstadt nicht wie viele andere in den Himmel lobt, und der trotzdem irgendwie Lust macht auf das Leben in der Großstadt.

Leander Steinkopf ist 32 Jahre alt, hat in Mannheim, Berlin und Sarajevo studiert und dann über den Placeboeffekt promoviert. Er arbeitet als freier Journalist, unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, und lebt in München.

Das Buch in einem Satz
Das Leben in Berlin aus den Augen eines zärtlichen Menschenfeinds.

Anders weil
Außer auf dem Titel keine Feen und Wünsche weit und breit auf 112 Seiten.

Fans von
Dünnen Büchern, Berlin, nettem Pessimismus.

Stand: 18.02.2018, 18:00