Heftige Mietpreise - was tun?

Graffiti "Bezahlbare Miete"

Wohnen im Sektor

Heftige Mietpreise - was tun?

In kaum einer Sektor-Stadt ist die Wohnungssuche so stressig wie in Köln und Düsseldorf. Die beiden gehören zu den Top-7-Städten deutschlandweit. Besonders junge Leute und Studenten haben es auf den heftig umkämpften Wohnungsmärkten schwer. In den meisten Fällen hilft nämlich leider nur: Geld, Geld, Geld.

Woran liegt das?

Wohnen ist im Sektor generell sehr teuer geworden. Im Schnitt bezahlt ihr im Sektor mindestens ein Drittel eures Einkommens für Miete. Köln hat beispielsweise im Vergleich zu anderen Großstädten besonders wenig Wohnfläche. Dabei ist die Stadt unter jungen Leuten und Studenten extrem beliebt. Angaben der Stadt Köln und Schätzungen des Mietervereins Köln zufolge suchen dieses Jahr etwa 16.000 Menschen eine Wohnung – und diese Zahl bezieht sich nur auf Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben. Von den Suchenden findet, so die Stadt, nur etwa jeder Vierte eine Wohnung.

Was ist ein Wohnberechtigungsschein?

Ein Wohnungsberechtigungsschein, kurz WBS, ist eine Bescheinigung, mit der ihr nachweisen könnt, dass ihr eine Wohnung beziehen könnt, die durch öffentliche Mittel gefördert wird. Einen WBS könnt ihr bei der zuständigen Behörde eurer Stadt oder Gemeinde beantragen. Um ihn zu bekommen, müsst ihr allerdings bestimmte Kriterien erfüllen, vor allem dürft ihr eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschreiten. Gerade Azubis und Studierende tun das in der Regel aber nicht. Mit dem Wohnberechtigungsschein habt ihr das Recht, in staatlich geförderten Wohnungen zu wohnen. Die sind schön und vor allem bezahlbar. Aber Achtung: Von den Leuten mit Wohnberechtigungsschein bekommen derzeit auch nur ein Viertel der Suchenden eine Wohnung. Doch seid ihr einmal in einer solchen Wohnung angekommen, kann euch niemand mehr rausschmeißen – auch wenn ihr irgendwann mehr verdient.

Wie teuer genau ist Wohnen im Sektor?

Am günstigsten lebt es sich innerhalb des Sektors im Sauerland. Dort kostet der Quadratmeter fünf Euro. Am teuersten ist es in Köln und Düsseldorf. Hier müsst ihr heftige 10 Euro pro Quadratmeter bezahlen – in Neubauwohnungen sogar mehr als 12 Euro. Das ist gerade für junge Menschen echt viel Geld.

Wie könnt ihr es euch trotzdem leisten?

Auf dem regulären Wohnungsmarkt ist es leider sehr schwer für junge Menschen, Berufseinsteiger und Studenten, überhaupt eine Wohnung zu finden. Viele Vermieter arbeiten mit Maklern zusammen, die junge Leute von vornherein aussortieren. Es gibt aber Mittel und Wege, trotzdem an eine bezahlbare Wohnung in Köln zu kommen. Wenn ihr in Köln ein Studium beginnt, dann meldet euch beim Studentenwerk Köln für einen Wohnheim-Platz oder ein WG-Zimmer an. Mit etwas Glück bekommt ihr so ein bezahlbares Zimmer. Und wenn ihr keinen Bock auf eine WG, aber auch nicht genug Kohle für den Wohnungsmarkt habt? Dann könnt ihr einen Wohnberechtigungsschein beantragen.

Stand: 10.11.2017, 13:47