Wo ihr Unterstützung für euer Coming-out findet

Eine Regenbogenfahne vor sonnigem Himmel

1LIVE Coming-out

Wo ihr Unterstützung für euer Coming-out findet

Als Coming-out wird der Prozess bezeichnet, in dem man sich über seine eigene sexuelle Orientierung bewusst wird und es an sein Umfeld kommuniziert. Wir sprechen in 1LIVE mit Personen, die diesen Weg schon hinter sich haben und euch Tipps geben wollen. Außerdem findet ihr hier Beratungsstellen, die euch bei eurem Coming-out unterstützen.

Die erste Phase bei einem Coming-out wird oft als inneres Coming-out bezeichnet. In dieser Phase nehmt ihr eure eigenen Gefühle bewusst wahr und könnt für euch eure sexuelle Orientierung oder eure Geschlechtsidentität akzeptieren. Als zweiter Schritt erfolgt in vielen Fällen das äußere Coming-out: Ihr erzählt eurer Familie und euren Freunden von eurer sexuellen Orientierung.

Beratungsstellen in NRW

Ihr wisst aber gerade nicht, wie ihr euren Eltern oder Freunden von eurem Coming-out erzählen sollt? Oder ihr braucht selbst Unterstützung, um euer inneres Coming-out zu bewältigen? Verschiedene Beratungsstellen unterstützen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und ihre Angehörigen beim Coming-out. Wir haben für euch sechs Stellen herausgesucht, die vom Land NRW gefördert werden und die euch bei eurem Coming-out unterstützen:

Tipps von Menschen, die ihr Coming-out bereits hinter sich haben

Wir haben mit jungen Leuten gesprochen, die ihr Coming-out schon hinter sich haben. Euch steht es womöglich noch bevor? Das raten sie euch:

"Mache dir nicht zu viele Sorgen und habe keine Angst davor anders zu sein. Du machst die Welt ein bisschen bunter."

Lina hat sich mit 19 Jahren als lesbisch geoutet. Ihrer Oma hat sie einen Brief geschrieben und sich darin geoutet. Die hat sehr positiv reagiert.

"Ein Coming-out ist keine leichte Sache. Deswegen solltest du dir jemanden suchen, der dich hundertprozentig in dem unterstützt, was du tust. Und im Endeffekt bist du nur ein Mensch, der einen anderen Menschen liebt."

Mit 20 Jahren hat Michael sich als schwul geoutet. Er ist Grundschullehrer und geht auch im Job offen mit seiner Sexualität um. Schüler, Eltern und sein Lehrerkollegium haben sehr positiv auf sein Coming-out reagiert. Im Unterricht veranstaltet er regelmäßig Fragerunden, in denen seine Schüler Fragen zum Schwulsein stellen dürfen. Er hofft, dadurch mit Klischees aufzuräumen.

"Nehmt euch die richtigen Leute an die Hand. Sortiert auch Freunde aus, die das Ganze nicht unterstützen. Was am Ende zählt, ist euer Leben und dass ihr glücklich seid."

Joel hat sich mit 17 Jahren als Transmann geoutet. Als er mit seiner Mutter zufällig eine Doku über Transpersonen geguckt hat, hat sie ihn gefragt, ob es ihm auch so geht. Seine Eltern haben ihn von Anfang an unterstützt und für Joel war es eine Befreiung, endlich so zu leben, wie er sich fühlt.

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Stand: 23.01.2020, 13:21