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Cristian Măcelaru dirigiert Igor Strawinskys "Le sacre du printemps"

Klangkörper Video 02.05.2018 36:25 Min. Verfügbar bis 02.05.2023 WDR 3

Werkeinführung: Igor Strawinsky - Le sacre du printemps

Stand: 10.06.2022, 08:00 Uhr

Von Otto Hagedorn

Während Schostakowitsch als Elfjähriger der Oktoberrevolution machtlos ausgeliefert ist, nimmt der Mittdreißiger Strawinsky sie zum Anlass, Russland endgültig den Rücken zu kehren. Für ihn ist Paris ohnehin seit einigen Jahren die Stadt der künstlerischen Verheißung. Und Strawinskys Persönlichkeit – charmant, gewitzt, ehrgeizig und vor allem: eminent begabt – ebnet ihm den Weg hin zu einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Als der ältere Kollege Anatoli Ljadow den Auftrag ablehnte, ein großes Ballett für den Impresario Sergej Diaghilew zu komponieren, ergriff Strawinsky die Gelegenheit beim Schopf und begründete mit dem "Feuervogel" seinen Weltruhm. Seit der Uraufführung 1910 in Paris galt diese Musik als Fanal der Moderne.

Die Qualität und das Mitreißende dieser Klänge schienen unübertreffbar. Aber Strawinsky wäre nicht Strawinsky, wenn er dieser Sensation nicht noch eine Krone hätte aufsetzen können. Vorerst bestätigte er mit seinem zweiten Ballett "Petruschka" die Erwartungen der Musikwelt. Doch wie er sich erinnert, überkam ihn eines Tages "die Vision einer großen heidnischen Feier" – das Thema von "Le sacre du printemps". Dieses archaische Frühlingsopfer wurde für Strawinsky zur Inspirationsquelle nie dagewesener Klänge von wahnwitziger Wucht – als habe er die Töne und Noten der abendländischen Musik mit einem Teilchenbeschleuniger energetisiert. Schon Wochen vor der Uraufführung am 29. Mai 1913 war Paris in heller Aufregung. Das Lauffeuer der bevorstehenden Sensation machte die Runde. Doch die Realität übertraf alle Vorahnungen. Jubel auf der einen, Wut und Entsetzen auf der anderen Seite – der größte Musiktheaterskandal aller Zeiten war perfekt. Noch heute gilt das Raunen und Stampfen, das Säuseln und Kreischen der Partitur als Inbegriff der musikalischen Moderne. Und mehr noch: Nahezu emblematisch erscheinen diese Klangeruptionen für die großen Wirren des 20. Jahrhunderts.

Weitere Aufnahmen

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