Ausblick auf die Saison 2019/20 - Interview

Saisonbroschuere 18/19 Kammerkonzert

Ausblick auf die Saison 2019/20 - Interview

Die Saison 2019/20 des WDR Sinfonieorchesters wird besonders spannend, verspricht Siegwald Bütow, der Manager des Orchesters im Interview. Mit dem neuen Chefdirigenten Cristian Măcelaru, dem "Artist in Residence" Jörg Widmann und "einem breiten und attraktiven Konzertprogramm mit innovativen Konzertformen".

Was erwarten Sie von Cristian Măcelaru, dem neuen Chefdirigenten?

Ein neuer Chefdirigent bedeutet immer Aufbruch. Cristian Măcelaru und ich haben in den letzten Monaten sehr viel Zeit miteinander verbracht, um eine gemeinsame Idee zu entwickeln, welche Rolle ein Sinfonieorchester als Teil eines Medienunternehmens im 21. Jahrhundert für unsere Gesellschaft haben kann und soll. Natürlich spielen wir in erster Linie Konzerte. Aber mit welcher Haltung tun wir dies? Welche Wirksamkeit hat das, was wir tun? Und für wen? Für den Einzelnen? Für die Gesellschaft? Für bestimmte Gruppen? Was soll so bleiben, wie es ist? Was wollen wir ändern? Viele Fragen also. Und unsere erste gemeinsame Saison ist eine erste vorläufige Antwort auf all diese Fragen. Und – wie ich finde – eine Balance zwischen Aufbruch und Kontinuität.

Bei einem "Artist in Residence" erwartet man in der Regel Solistinnen und Solisten von Weltrang. Was ist bei Jörg Widmann anders?

Siegwald Bütow

Siegwald Bütow

Mit Jörg Widmann werden wir zum ersten Mal einen "Artist in Residence" für einen längeren Zeitraum an uns binden. Das Spannende an ihm ist, dass er als Klarinettist, als Dirigent und als Komponist verschiedene Perspektiven auf Musik in seiner Person vereinigt. Und dies auf höchstem Niveau. Dabei sehe ich ihn als einen "Universalisten" in dem Sinne, dass er einen "360-Grad-Blick" auf die Musik hat. Das zeichnet sein unglaublich vielgestaltiges kompositorisches Werk ebenso aus wie seine Arbeit als Interpret. Historisch oder zeitgenössisch, neuschöpfend oder nachschaffend sind für ihn weniger wichtige Kategorien als die Frage von Authentizität und Relevanz.

Um sich weiterzuentwickeln und ein breiteres Publikum anzusprechen, geht das WDR Sinfonieorchester immer wieder neue Wege.

Wir als modernes Sinfonieorchester wollen nicht museal sein. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen in unserem Sendegebiet zu erreichen. Dafür haben wir ein breites und attraktives Konzertprogramm mit innovativen Konzertformen wie "Musik im Dialog" oder "WDR Happy Hour" entwickelt. Dahinter stecken sehr viele gemeinsame Überlegungen und Gespräche mit Künstler*innen, aber auch Abonnent*innen, Konzertbesucher*innen sowie Kunstinteressierten im Allgemeinen. Der Prozess der Planung ist unglaublich komplex und bereichernd. Und wenn am Ende ein gelungenes Konzert bejubelt wird und alle – Publikum, Orchester, Dirigent*innen sowie Solist*innen – einen erfüllenden Abend hatten, dann haben wir ziemlich viel richtig gemacht.

Stand: 13.05.2019, 15:16