Zeitumstellung: Von Sommerzeit zu Winterzeit – das sollte man wissen

Zeitumstellung: Von Sommerzeit zu Winterzeit – das sollte man wissen

Am Sonntag ist die Uhr umgestellt worden: von drei Uhr auf zwei Uhr - Winterzeit löst Sommerzeit ab. Aber sollte die Zeitumstellung nicht eigentlich abgeschafft werden?

Wie steht es in der Diskussion um eine Abschaffung?

Im Jahr 2018 hatte die Europäische Union eine Umfrage gestartet, an der sich EU-weit rund 4,6 Millionen Menschen beteiligten, drei Millionen davon aus Deutschland. Mehr als 80 Prozent der insgesamt Befragten waren für die Zeitumstellung.

Doch dann stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten im EU-Parlament für die Abschaffung der Zeitumstellung ab 2021. Doch momentan liegt die Umsetzung auf Eis.  

Denn um die Zeitumstellung final abzuschaffen, müssten die Mitglieder im Rat der europäischen Union mehrheitlich dem Ende der Zeitumstellung zustimmen und jedes Land müsste dann noch entscheiden, ob es Sommer- oder Winterzeit permanent verwenden möchte. Das könnte dazu führen, dass in direkten Nachbarländern verschiedene Uhrzeiten gelten. Aber hier konnten sich die Politiker nicht auf eine Lösung einigen.

Auch unter der deutschen Ratspräsidentschaft gibt es momentan keine Bewegung beim Thema Zeitumstellung, auch aufgrund von Corona. Das EU-Parlament vertritt weiterhin den Standpunkt, dass nächstes Jahr die Uhren zum letzten Mal umgestellt werden sollen. Aber derzeit sieht es nicht danach aus.

Warum muss die Uhr überhaupt umgestellt werden? 

Es ist im so genannten Zeitgesetz, genauer dem "Gesetz über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung" festgelegt. Darin ist übrigens auch geregelt, dass ein bewusstes Nicht-Umstellen der Uhren Geldbußen zur Folge haben kann.

Ursprünglich war die Umstellung als Energiesparmaßnahme gedacht, Deutschland zog 1980 anderen europäischen Staaten wie Frankreich nach. Allerdings ist mittlerweile klar, dass das Argument Energieersparnis nicht mehr zieht. 

Wissenschaftler schätzten die Ersparnis des nationalen Stromverbrauchs 2016 auf 0,21 Prozent. Andere vermuten sogar, dass es gar keine Ersparnis gibt.

Was macht das mit uns? 

Viele Schlafwissenschaftler halten die Zeitumstellung für eine Belastung der Gesellschaft. Der Körper werde im Schlafrhythmus einige Wochen zurückgeworfen. Das trage dazu bei, dass Menschen unter Schlafstörungen leiden. 

Auch im Alltag scheint es Folgen zu haben: Eine Statistik des Auto Clubs Europa zwischen 2008 und 2013 zeigt, dass insbesondere in der Woche nach der Zeitumstellung die Anzahl der Unfälle steigt. In einem Jahr lagen die Werte bis zu 30 Prozent höher als in der Woche vor der Zeitumstellung.

Leipziger Forscher empfehlen deswegen eine Rückkehr zur permanenten Winterzeit. Diese sei an den Hell-Dunkel-Rhythmus gekoppelt.  

Stand: 25.10.2020, 09:00

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