Zahl der psychisch kranken Straftäter in NRW verdoppelt

Ein Mann hält den Zugangsschluessel zum Hochsicherheitstrakt einer Klinik fuer Forensische Psychiatrie.

Zahl der psychisch kranken Straftäter in NRW verdoppelt

  • 3.080 Straftäter in forensischen Kliniken in NRW
  • 1998 nur halb so viele psychisch Kranke hinter Gittern
  • Konsum illegaler Drogen ist Hauptursache

Die Zahl der psychisch kranken Straftäter hinter Gittern hat sich in Nordrhein-Westfalen in zwei Jahrzehnten verdoppelt. Waren vor 20 Jahren noch 1.530 Patienten in geschlossenen Psychiatrien untergebracht, stieg ihre Zahl im vergangenen Jahr auf 3.080, wie die Landesbehörde für den Maßregelvollzug auf dpa-Anfrage mitteilte.

Drogenbedingte Psychiosen

Am Stichtag 1. Oktober 2018 waren 3.020 Gefangene in forensischen Kliniken untergebracht. Eine Ursache für die steigende Zahl scheint der Konsum illegaler Drogen zu sein: Die Einweisungen von Straftätern mit drogenbedingten Psychosen verdoppelten sich in dem Zeitraum. Die Einweisungen nach Straftaten im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen durch massiven Alkohol-Missbrauch sanken hingegen um rund 30 Prozent.

Psychisch kranke Straftäter, die schuldunfähig sind, aber eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, werden nicht in normalen Gefängnissen, sondern in einer Forensik, dem sogenannten Maßregelvollzug, untergebracht. Ihre Entlassung ist nicht an das Ende einer befristeten Haftstrafe gebunden, sondern abhängig vom Krankheitsverlauf und dem Erfolg der Therapie.

Kritik wird nicht gerne gesehen! Gespräch mit Dr. Hanna Ziegert Planet Wissen 24.06.2019 05:02 Min. Verfügbar bis 24.06.2024 SWR

Stand: 15.12.2018, 09:02

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