"Wort des Jahres": Eine (kurze) Chronik

Altersarmut - wenig Rente

"Wort des Jahres": Eine (kurze) Chronik

  • "Respektrente" und die Vorgänger
  • Häufigkeit der Nennung laut Jury nicht entscheidend
  • Von "Flüchtling" bis zur "Heißzeit"

"Respektrente": Es sei ein "sozialpolitisch und semantisch" markanter Begriff für eine Rente, die zum Leben nicht reicht, urteilte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache, die sich aus dem GfdS-Vorstand, wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gesellschaft sowie Medienexperten zusammensetzt. Geprägt wurde der Begriff "Respektrente" insbesondere von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

"Heißzeit": Es war ein Rekordsommer im Jahr 2018. Nach Ansicht der Gesellschaft für deutsche Sprache sei der Begriff eine interessante Wortbildung, die sowohl auf die enorme Hitze hinweist, als auch – in Analogie zur Eiszeit – einen längeren Zeitraum, der auf einen epochalen (Klima-)Wandel hindeutet, meint.

Verhandlungspause bei den Sondierungsverhandlungen zwischen CDU, CSU, FDP und Bündnis90/Die Grünen am 30.10.2017 in der Deutschen Parlamentarische Gesellschaft in Berlin.

Die Spitzen von Union, FDP und Grünen sondierten 2017.

"Jamaika-Aus": 2017 stand im Zeichen einer schwierigen politischen Regierungsbildung. So auch das "Wort des Jahres". Der Begriff zielt zum einen auf das Aus einer möglichen schwarz-gelb-grünen Koalition ab, zum anderen gewinnt der Name des Staates Jamaika eine neue Dimension, urteilte die Jury

Vier Würfel auf denen die Wörter "fact" und "fake" zu lesen sind

Entfachter Streit: Fact-News oder Fake-News?

"Postfaktisch": Ein Begriff, der laut Jury 2016 für einen "tiefgreifenden politischen Wandel" steht. Oder wie US-Präsident Donald Trump es ausdrücken würde: Emotionen first. Fakten second. Immer mehr Menschen seien – nach Ansicht der Gesellschaft für deutsche Sprache – bereit, Fakten zugunsten offensichtlicher Lügen zu opfern.

"Flüchtling": Im Jahr 2015 das alles beherrschende Thema, und somit - laut GfdS - zwangsläufig das Wort des Jahres. Besonders das Suffix –ling sei in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung. Denn: Analoge Wortbildungen wie Eindringling oder Sonderling hätten nach Ansicht des Sprachrates immer einen negativen Beigeschmack.

Stand: 29.11.2019, 11:12

Aktuelle TV-Sendungen