Kampf gegen Wohnungslosigkeit - auch in NRW

Zelte von Wohnungslosen unter einer Straßenbrücke in Düsseldorf

Kampf gegen Wohnungslosigkeit - auch in NRW

  • Verschiedene Aktionen am "Tag der Wohnungslosen"
  • In NRW sind zehntausende Menschen ohne Wohnung
  • Maßnahmen von Land und Kommunen

Am bundesweiten "Tag der Wohnungslosen" am Mittwoch (11.09.2019) gibt es auch in NRW verschiedene Aktionen, um auf die Situation von wohnungslosen Menschen aufmerksam zu machen.

In Köln gibt es öffentliche Diskussionen und in Oberhausen ein symbolisches Schlafzimmer vor der Clemenskirche, damit Bürger und Obdachlose ins Gespräch kommen.

Bundesweit rund 650.000 Menschen ohne Wohnung

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) waren 2017 in Deutschland 650.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen.

Die meisten Wohnungslosen in Deutschland leben demnach in Notunterkünften, etwa 48.000 von ihnen leben obdachlos auf der Straße.

Wohnungslosigkeit: "Bezahlbarer Wohnraum ist das A und O"

WDR 5 Morgenecho - Interview 30.07.2019 08:37 Min. Verfügbar bis 28.07.2020 WDR 5

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Wie viele Menschen sind in NRW wohnungslos?

Zum Stichtag 30. Juni 2018 waren mehr als 44.400 Menschen von Kommunen und Einrichtungen in freier Trägerschaft in NRW als wohnungslos gemeldet. Das ist ein Anstieg von mehr als 12.000 Menschen (37,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

Dabei sind die tatsächlich auf der Straße lebenden Obdachlosen kaum in der aktuellen Wohnungslosenstatistik erfasst. Ihre Zahl wird nach Angaben der Caritas auf mehr als 10.000 in NRW geschätzt. Diese kommen also noch zu den offiziell als wohnungslos geltenden Menschen dazu.

Was unternimmt NRW gegen die Wohnungslosigkeit?

Ende Juni stellte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine Landesinitiative zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit vor. In den 20 am stärksten betroffenen Kommunen sollen "Kümmerer" Betroffene begleiten, um drohende Wohnungsverluste zu verhindern.

Es sollen auch Zugangshürden für die Anmietung von Wohnungen beseitigt werden. Die Verbände der Immobilienwirtschaft und Wohnungsgesellschaften hat Laumann mit einer Kooperationsvereinbarung ins Boot geholt.

Die Unternehmen haben sich demnach bereit erklärt, wohnungslosen Menschen "geeignete Wohnungen" zur Verfügung zu stellen. Auch die Suchtberatung für obdachlose Menschen soll ausgebaut und psychiatrische Hilfe für Wohnungslose geleistet werden.

Welche positiven Beispiele gibt es?

Im März hat die Stadt Münster ein neues Konzept zur Betreuung von wohnungslosen Familien vorgestellt. Eine Großeinrichtung am Rande der Stadt ist aufgelöst worden, um die Betroffenen dezentral in mehreren Gebäuden der Stadt unterzubringen.

Bereits im vergangenen Oktober hat in Münster der Verein "Dach überm Kopf" das Konzept "Housing First" vorgestellt. Neu daran ist, dass Wohnungslose zuerst eine Wohnung gestellt bekommen und dann von Sozialarbeitern zeitlich unbegrenzt betreut werden.

Bisher endete die Betreuung immer, sobald der Betroffene eine Wohnung hatte. Erste positive Erfahrungen gibt es damit bereits in Düsseldorf.

Obdachlosen-Haus ist erfolgreich Lokalzeit aus Düsseldorf 19.06.2019 06:18 Min. Verfügbar bis 19.06.2020 WDR Von Linda Richert

Stand: 11.09.2019, 08:46

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Sabine 11.09.2019, 14:54 Uhr

    Wir leben in einer Demokratie in der Menschen freiwillig Parteien wählen, die Menschen das Leben zur Hölle machen oder einen versklaven (Hartz 4). Gleichzeitig wählt man nicht die Parteien, die es ändern wollen oder engagiert sich dagegen in irgendeiner Form. Dabei leben wir im digitalen Zeitalter und es war nie einfacher mitzuwirken. Eintreten in eine Partei, Petitionen unterschreiben, sich informieren, Wahl-o-mat...Für diese Dinge muss man nicht mal vor die Tür! Aber man beschwert sich lieber und meckert über die, die es noch schlechter haben als man selbst. Was für eine Vergeudung des eigenen Lebens. Und man hat nur eins.

  • 8 mausi1012 11.09.2019, 13:54 Uhr

    Wer kann sich denn in der heutigen Zeit noch teure Mieten leisten, geschweige denn die hohen Nebenkosten. Immerhin muss der Bürger diesen ganzen Wahnsinn, welchen die Regierung ausheckt bezahlen. Wir sind die Dummen. Hat dann noch Pech seinen Job zu verlieren, sieht es ganz düster aus. gelb

    Antworten (1)
    • Sabine 11.09.2019, 14:50 Uhr

      Die richtigen Parteien wählen, würde helfen. Es gibt nämlich kleine Parteien, die gutes für Menschen wollen, aber man wählt ja lieber CDU, SPD, AFD, Grüne und Linke, damit man weiterhin erzählen kann man gehöre zu den Guten oder seine eigene Partei wäre so schlecht, aber man wählt sie trotzdem.

  • 7 Meinemeinung 11.09.2019, 12:55 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 6 Hans Schulze 11.09.2019, 11:55 Uhr

    Ich habe eine Schätzung von 860.000 in Erinnerung (Maischberger). Da trifft Wohnraum als Anlageprodukt auf ungesteuerte Zuwanderung. Das eine würde den Linkspopulisten in die Hände spielen, wäre da nicht noch das andere. Auf jeden Fall spielt es nicht den etablierten Parteien in die Hände denn diese Ergebnisse sind nicht über Nacht entstanden. Das Thema Bevölkerungsdichte ist bei Wikipedia gut behandelt mit Übersichtskarten für die Welt und Deutschland. Als Grüner wäre ich gegen mehr Flächenverbrauch zu Lasten von Wald und Hamster und hohe Wohnsilos sind auch nicht so gut. Als Linker sehe ich Wohnraum als Spekulationsobjekt wie ein gewöhnlich Ware kritisch. Als Rechter habe ich Probleme mit Zuwanderung, wenn schon die eigene Bevölkerung nicht ausreichend mit Arbeit über Niedriglohn und bezahlbaren Wohnraum versorgt werden kann. Der Name ist ein Pseudonym, sonst würde ich im Zweifel Prügel von Links und Rechts beziehen.

  • 5 mieterin 31.07.2019, 08:01 Uhr

    Ein Teil ist seine 0bdachlosigkeit schlicht und edel selbst schuld! Wenn durch ständige Haftstrafen die Wohnungen, die die Steuerzahler bezahlt und eingerichtet haben, immer weg sind - Pech! Muß man gesetzestreu leben, dann passiert so was nicht. Ich habe mit den meisten 0bdachlosen, die oft auch aus freien Stücken auf der STraße bleiben, nicht ansatzweise Mitleid. Die Schlafplätze bleiben leer, weil dort geklaut wird und man dann lieber draußen bleibt. Es gibt doch genug Leute, die den 0bdachlosen heiße Suppe und kalte Getränke geben; auch Ärzte kümmern. Ich möchte den Vermieter sehen, der einem 0bdachlosen, der jahrelang auf der Straße war, eine vernünftige Wohnung gibt - die er dann hinterher wahrscheinlich total- und kernsanieren muß. Diese Mitleidstour kann ich nicht mehr ertragen. Auch mal hinterfragen, warum Dinge so sind, wie sie sind und was die Leute dafür tun, es zu ändern. Ganz ohne Schul- und Berufsausbildung ist man eben am Rande der Gesellschaft.

    Antworten (2)
    • linux 31.07.2019, 10:56 Uhr

      "Muß man gesetzestreu leben, dann passiert so was nicht." Schlauer Spruch und alles ist Klar...... So wie jeder der das mit den Flüchtlingen Kritisch hinterfragt ein Nazi ist....

    • Physiojuergen90@gmail.com 11.09.2019, 16:00 Uhr

      Es kann jeden treffen. Den Arzt den Banker den Facharbeiter. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die soziale Schere geht immer weiter auseinander. Wer meint es koenne Ihn selbst nicht treffen sollte wenigstens nicht verächtlich auf die Menschen die den sozialen Abstieg durchmachen herabblicken.

  • 4 Bernd 30.07.2019, 19:51 Uhr

    Warum heißt die Frage: Was unternimmt NRW gegen die Wohnungslosigkeit. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die meißten Wohnungslosen auch nicht über eine anständige Berufsausbildung verfügen. Klar gibt es immer Menschen, die unverschuldet in so eine Situation geraten, aber leider gibt es viele, bei denen der eigene Antrieb fehlt, nach wirtschaftlichem Erfolg zu streben. Und ich sehe echt nicht ein, warum die Leistungsorientieten Menschen ein schlechtes Gewissen haben sollen, wenn sich andere Menschen hängen lassen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß viele von denen nicht wohnungslos wären, wenn sie mehr Spaß für wirtschaftliches Erfolgsstreben entwickeln würden. Denn dann wäre viele von ihnen nicht da, wo sie heute sind. Der soziale Abstieb ist ein weiter Weg. Wer sich frühzeitig besinnt und eine andere Mentalität anstreb, kann dem Abstieg entgegenwirken und lebt nachher besser als vorher. Wir müssen entlich davon wegkommen, daß es alles um sonst gibt.

    Antworten (3)
    • linux 30.07.2019, 21:09 Uhr

      Ihre Beiträge sagen viel über ihre Denke aus, sie leben in einer anderen Welt. Mein Schwiegervater (in den 20 geboren) sagte immer, mit eigene Hände Arbeit ist noch keiner Reich geworden.

    • Mentalzahler 31.07.2019, 04:30 Uhr

      Ich frag mich was passiert, wenn die Mieten zu hoch sind, um sie mit einer Berufsausbildung zu bezahlen.

    • Sabine 11.09.2019, 14:48 Uhr

      Sind Menschen in ihrer Welt eigentlich auch noch Lebewesen, die eine Geschichte haben, Herausforderungen im Alltag, Talente, Krankheiten oder sowas haben???? Man sollte mal Spaß am wirtschaftlichem haben....Oh man! Ja, selber schuld...Und Leute wie sie schreien dann am meisten die Ungerechtigkeit hinaus, wenn sie selbst in Not sind.....Immer auf die verbal eindreschen, die weniger haben als man selbst. Wie die da oben es machen, ne???

  • 3 linux 30.07.2019, 17:52 Uhr

    Vor ein paar Jahren haben die Kommunen noch Sozialwohngen an besagten "Heuschrecken" veräußert um das Steuersäckel zu füllen und man nicht bereit war diese Wohnungen zu sanieren, jetzt macht man einen auf sozial, aber im Grunde schwafelt man am liebsten über hochwertigem Wohnraum, der geschaffen wird und das Schärfste ist, man bekommt die eigenen Leute nicht untergebracht aber es werden immer noch Einladungen ausgesprochen und wundert, sich wehr da durch Stimmen abgreift.

  • 2 1deutscherarbeitsplatz 30.07.2019, 16:38 Uhr

    @Löwenzahn,ich kann mich nur dem anschliessen. wobei wer hilfe braucht,diese nicht unbedingt bekommt. siehe Arbeitsplatz verlust.Jahrelang ins Steuersäckle gezahlt,problematisch seine Miete etc.zahlenzukönnen......

  • 1 Löwenzahn 30.07.2019, 15:29 Uhr

    Toll!!! Ich muss meine teure Wohnung inkl. Heiz- und Nebenkosten von meinem Gehalt bezahlen! Zur zusätzlichen Belohnung darf ich auch noch jeden Tag 9-10 Stunden arbeiten und die sonstigen vielen staatlichen Vergünstigungen und Geschenke werden mir verweigert. Ich würde ja gerne gegen die soziale Ungerechtigkeit klagen, aber den Rechtsanwalt muss ich leider auch aus privater Tasche zahlen! Danke SOZI-Staat.

    Antworten (1)
    • Sabine 11.09.2019, 14:45 Uhr

      Freu, freu....Sollte man seinen Job verlieren, zahlt das Amt, nett ne? Immer beschweren bevor man selbst richtig in Not ist. Dann ändert sich die Denke schnell.....Und immer wieder auf die verbal eindreschen, die nocj weniger haben bzw. noch ärmer dran sind als man die. Statt gegen das Sklavensystem (Hartz 4) zu sein......

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