Eine wohnunglose Person schläft an einer U-Bahnstation

Zahl der wohnungslosen Jugendlichen in NRW stark gestiegen

Stand:

Die Zahl der wohnungslosen Kinder in NRW steigt. Laut Bundesregierung hat sie sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht.

Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor. Demnach waren im Jahr 2025 mehr als 137.100 Minderjährige in Deutschland wohnungslos. Davon kamen rund 31.700 Kinder aus NRW - in keinem anderen Bundesland gibt es so viele Kinder und Jugendliche ohne sichere Bleibe.

Auffällig ist, dass sich die Zahlen zwischen 2022 und 2025 mehr als verdreifacht haben. 2022 waren in NRW etwa 9.000 Menschen unter 18 ohne Wohnung - deutschlandweit waren es 47.200.

Zahl wohnungsloser Jugendlicher steigt

WDR Studios NRW 13.03.2026 02:44 Min. Verfügbar bis 12.03.2028 WDR Online


Welche Gründe gibt es für den deutlichen Anstieg?

Laut Bundesregierung liegt der rasante Anstieg der Zahlen daran, dass erst seit 2023 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine mitgezählt werden würden, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflüchtet sind. Selbst wenn sie in Flüchtlingsunterkünften wohnen, gelten minderjährige Kriegsflüchtlinge als wohnungslos.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Zahlen sei, dass die zuständigen Stellen verlässlicher ihre Daten melden würden, sagt die Bundesregierung. Anders gesagt: Die Zahlen sind genauer als früher.

Wer ist verantwortlich für die Unterbringung von Kindern?

Der Bund sieht die Verantwortung bei den Kommunen. Die seien für die Unterbringung und Betreuung von wohnungslosen Kindern und Jugendlichen zuständig. Was laut Bundesregierung aber insgesamt fehlt, ist geeigneter Wohnraum, wo zum Beispiel neue Wohnkonzepte für obdachlose Jugendliche erprobt werden können.

Was tut NRW gegen die Wohnungslosigkeit?

In zahlreichen Städten und Kommunen in NRW gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche. Die Stadt Düsseldorf zum Beispiel hat ein Nottelefon, das Tag und Nacht besetzt ist. Hier können Minderjährige anrufen, wenn sie Hilfe brauchen. Auch gibt es in Düsseldorf so genannte Schutzgruppen. Hier bekommen die Jugendlichen rund um die Uhr Obdach und Hilfe.

In Bielefeld heißt das Angebot "Nachtlicht", in Dortmund und Münster "Sleep In", in Essen "Raum 58". Dort bekommen wohnungslose Jugendliche einen Schlafplatz und etwas zu essen, sie können duschen und ihre Wäsche waschen. Und sie finden dort auch Sozialarbeiter, die zuhören und die auch mit den Jugendlichen zusammen Perspektiven entwickeln, wenn die das denn wollen. Natürlich gibt es nie Plätze genug.

Unsere Quellen:

  • Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion
  • Nachrichtenagentur epd

Sendung: WDR 5, Echo des Tages, 13.03.2026, 18:30-19:00 Uhr

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