Wohngeld-Reform: So soll es geregelt werden

Auszug aus einem amtlichen Schreiben mit der Rückforderung von 2 800 Euro.

Wohngeld-Reform: So soll es geregelt werden

  • Verbesserungen beim Wohngeld
  • Viele Geringverdiener-Haushalte sollen profitieren
  • Künftig automatische Anpassung

Das Wohngeld für Haushalte mit geringem Einkommen soll zum Jahreswechsel steigen. Der Bundestag stimmte am Freitag (18.10.2019) mit den Stimmen der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD in Berlin für eine entsprechende Novelle. Sie ist Teil des Klimaschutzpakets der Bundesregierung.

Automatische Anpassung alle zwei Jahre

Bundesweit sollen künftig 660.00 Haushalte - 180.000 Haushalte mehr - einen Anspruch haben, denn Wohnen soll, so die Bundesregierung, auch für einkommensschwache Haushalte bezahlbar bleiben.

Ein wichtiger Punkt in der Neuregelung: Das Wohngeld soll dem Gesetzentwurf zufolge künftig alle zwei Jahre automatisch angepasst werden - was der Deutschen Mieterbund gutheißt. Zuletzt war das Wohngeld 2016 erhöht worden. Davor war es sieben Jahre lang nicht angepasst worden.

Wie das Wohngeld künftig geregelt wird und wer davon profitiert

Es soll das Netz vor dem Netz sein. Wohngeld können Geringverdiener beantragen, die keinen Anspruch auf Hartz IV haben, bei denen aber das Geld trotzdem nicht zum Wohnen reicht. Nach der Reform soll das nach Berechnungen des Institut der deutschen Wirtschaft bundesweit 180.000 Haushalte mehr betreffen. Ein zwei-Personen-Haushalt kann im Durchschnitt künftig mit knapp 190 Euro pro Monat rechnen - 45 Euro mehr als bisher.

Zudem soll das Wohngeld künftig alle zwei Jahre automatisch angepasst werden. Das Problem bisher: Der Zuschuss berechnet sich aus der Kaltmiete und dem verfügbaren Einkommen. Weil die Einkommen in Deutschland aber steigen, hatten immer weniger Haushalte einen Anspruch. Daher soll die Berechnungstabelle alle zwei Jahre aktualisiert werden.

Was der Deutsche Mieterbund kritisiert

Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten bemängelte allerdings in der "Saarbrücker Zeitung" (Freitag), dass für die Berechnung des Wohngeldes weiterhin die Kaltmiete ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Heizkosten den Ausschlag gebe.

Immer weniger Sozialwohnungen Westpol 13.10.2019 UT DGS Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Stand: 18.10.2019, 18:56

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