Erzbischof Woelki: Streit mit eigenen Beratern

Rainer Maria Wölki, 18.03.2021

Erzbischof Woelki: Streit mit eigenen Beratern

Von Frank Piotrowski

Kardinal Woelki hat auch bei seinem eigenen höchsten Beratergremium viel Vertrauen verloren. Das zeigte sich bei der Konferenz des Diözesanpastoralrats, die am Samstag zu Ende ging.

Bei der am Samstag zu Ende gegangenen Diözesanpastoralrat-Konferenz in Bergisch-Gladbach-Bensberg gab es große Differenzen zwischen dem Kölner Erzbischof und seinen höchsten Beratern. Dabei wurde auch emotional darüber diskutiert, ob die Bistumsleitung noch das Vertrauen habe. Das teilte das Erzbistum mit. Zu einer Abstimmung sei es aber nicht gekommen.

Der Diözesanpastoralrat mit seinen 75 Mitgliedern gilt als einflussreiches Gremium im Kölner Erzbistum, ihm gehören überwiegend Priester an, aber auch zehn Vertreter der katholischen Basis.

Teilnehmer: Konferenz ist gescheitert

Ein Tagungsteilnehmer berichtet, dass Kardinal Woelki auf die zahlreichen Vorwürfe sinngemäß entgegnet habe: "Ich habe mir das Amt nicht ausgesucht – es wurde mir übergeben." Das wurde von einigen Konferenzteilnehmern so verstanden, dass er deshalb auch nicht zurücktreten könne, so der Versammlungsteilnehmer. Er sieht die zu Ende gegangene Diözesanpastoralrat-Tagung als gescheitert an. Der Streit zwischen Teilnehmern und der Bistumsleitung und speziell dem Erzbischof habe die beiden Tage vollständig überschattet.

Mitte September wollen das überwiegend von Priestern besetzte Gremium und der Erzbischof versuchen, den Streit beizulegen. Das Treffen soll dann mit Moderation erfolgen, berichtet das Erzbistum. Dies solle die Chance eröffnen, dass es wieder zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kommt.

Mitte September soll Streit beigelegt werden

Die ungewöhnlich deutlichen Worte der Priester und Laien sind ein Zeichen dafür, wie zerrissen aktuell die Situation im Kölner Erzbistum ist, sagt Volker Andres vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) dem WDR auf Anfrage.

Unter welchen Rahmenbedingungen das Treffen im September stattfinden wird, ist völlig offen. Nach nur einer Woche Aufenthalt waren die beiden Visitatoren im Auftrag des Papsts Anfang der Woche wieder aus Köln abgereist. Nach dem Lesen ihres Berichtes über die aktuellen Zustände im Erzbistum wird Papst Franziskus entscheiden, ob Kardinal Woelki im Amt bleibt oder nicht. Sicher ist es nicht, dass er bis dahin entschieden hat. Ist das nicht der Fall, dürften die Turbulenzen im Kölner Erzbistum andauern.

Stand: 19.06.2021, 18:09

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