Woelki verteidigt politische Weihnachtspredigten

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln.

Woelki verteidigt politische Weihnachtspredigten

  • Erzbischof weist Kritik an politischen Botschaften zurück
  • Journalist hatte Christmette mit Juso-Abend verglichen
  • CDU-Bundesvize beklagt politische Aussagen der Kirchen

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat Kritik an politischen Bezügen in Weihnachtspredigten zurückgewiesen. Die Weihnachtsbotschaft müsse stets mit Blick auf die aktuelle Situation der Menschen aktualisiert werden, sagte Woelki am Donnerstag (28.12.2017) im ARD-"Morgenmagazin". Dadurch werde auch die politische Situation konkret und müsse gedeutet werden.

"Wir können nicht von Gott sprechen, ohne vom Menschen zu sprechen, das hat nichts mit Parteipolitik zu tun", betonte der Kardinal. Solange die Politik die Beziehungen zwischen den Menschen als soziale Wesen regele, sei das Evangelium auch politisch, sagte Woelki.

Woelki findet scharfe Worte in seiner Predigt

WDR Aktuell | 25.12.2017 | 00:44 Min.

"Das Evangelium ins Heute übertragen"

Die Kirchen müssten daher gesellschaftspolitische Haltungen haben und sich etwa für die Erhaltung der Schöpfung und die Würde des Menschen einsetzen. "Und dann hat das natürlich eine politische Wirkung." Zudem hätten die Kirchen "schon immer versucht, das Evangelium ins Heute zu übertragen". Er selbst hatte in seiner Predigt Immobilienspekulation verurteilt.

Der Chefredakteur der "WeltN24"Gruppe, Ulf Poschardt, hatte mit einem Tweet eine breite Debatte über politische Bezüge in Weihnachtsprdigten ausgelöst. Er schrieb: "Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?" Auch die CDU-Bundesvize Julia Klöckner hatte eine Häufung von tagespolitischen Stellungnahmen der Kirchen beklagt.

Stand: 28.12.2017, 10:31

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen