Polizei rechnet mit deutschen Hooligans bei der WM

Symbolbild: NRW Polizei hindert Hooligans an Ausreise zur WM in Russland

Polizei rechnet mit deutschen Hooligans bei der WM

Von Christian Wolf

  • Auch deutsche Polizei bereitet sich auf Fußball-WM in Russland vor
  • Fachleute erwarten gewaltbereite Einzelpersonen oder Kleingruppen
  • Vereinzelte Ausreiseverbote für Hooligans aus NRW

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nimmt die Polizei deutsche Hooligans ins Visier. Man gehe davon aus, dass sich gewaltbereite Einzelpersonen oder Kleingruppen unter die Fans mischen, sagte ein Sprecher der in Duisburg ansässigen Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei am Montag (11.06.2018) dem WDR.

Anreise schreckt Hooligans ab

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Russische und englische Fans attackierten sich während der EM

Dass sich eine größere Gruppe von mehreren Hundert Hooligans auf den Weg nach Russland mache, werde hingegen nicht erwartet. Grund sei unter anderem eine schwierigere An- und Einreise als zum Beispiel vor zwei Jahren bei der EM in Frankreich. Zudem schreckten wohl viele vor möglichen Repressalien durch die russischen Sicherheitskräfte zurück. Bei der Europameisterschaft 2016 war es zu heftigen Ausschreitungen zwischen russischen und englischen Anhängern gekommen.

Ausreiseverbot für Hooligans aus NRW

Bislang hat die Polizei in NRW bei 105 Menschen sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt. Dabei sprechen Beamte bekannte Störer gezielt an, um ihnen deutlich zu machen, dass sie im Blick der Behörden sind. Gegen sieben Personen wurden sogar Reisebeschränkungen verhängt - wie Meldeauflagen oder der Entzug des Passes. Dafür seien aber "ganz konkrete Hinweise" nötig, dass die Person im Ausland Straftaten begehen werde, so der Sprecher.

Szenekundige Beamte werden in den kommenden Wochen in Russland vor Ort sein, um gewaltbereite Fans zu identifizieren und zu beobachten.

Stand: 11.06.2018, 16:01