Streiks - Die Lufthansa kommt nicht zur Ruhe

Warnweste der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo.

Streiks - Die Lufthansa kommt nicht zur Ruhe

  • Schon wieder Streiks bei der Lufthansa
  • Schlichter mit hohem Engagement
  • Interne Kämpfe bei der Ufo

Die Lufthansa kommt nicht zur Ruhe. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat erneut Streiks angekündigt - diesmal bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Der dreitägige Ausstand soll von kommendem Montag (30.12.2019) bis einschließlich Neujahr dauern.

Zuvor hatten die tief zerstrittenen Parteien versucht, mit Hilfe der prominenten Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise zumindest einen Fahrplan für die anstehenden Schlichtungsgespräche zu vereinbaren. Die Ufo sieht diesen Versuch als gescheitert an.

Der Konflikt mit einer zerstrittenen Gewerkschaft

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie im November einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Das war nicht selbstverständlich, denn Ufo hatte sich in den Monaten zuvor in internen Kämpfen selbst geschwächt.

Mehrere Vorstandsmitglieder waren zurückgetreten und hatten sich gegenseitig mit Untreue-Vorwürfen überzogen, was auch zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geführt hat, die noch andauern.

Lufthansa und Ufo haben betont, dass sie eine Vielzahl weiterer Themen mit in die Gespräche aufnehmen wollen, die in den vergangenen Jahren liegen geblieben sind. Dazu werden jetzt Vorverhandlungen geführt. Die Schlichter haben sich laut Beteiligter sehr engagiert, die Streithähne zur größeren Themenliste an einen Tisch zu bringen.

Das grundsätzliche Problem des Konflikts

Es fehlt insgesamt wohl am gegenseitigen Vertrauen. Die Lufthansa hat die Ufo, mit der sie seit 2002 Tarifverträge geschlossen hat, in den vergangenen Monaten extrem hart bekämpft und sie als Gewerkschaft infrage gestellt. Der Konflikt begann 2015, als der damalige Ufo-Chef Nicoley Baublies die Flugbegleiter in den längsten Streik der Lufthansa-Geschichte geführt hat.

Erst nach einer komplizierten Schlichtung unter Matthias Platzeck wurden 2016 neue, für die alteingesessenen Flugbegleiter recht vorteilhafte Tarifverträge geschlossen. Gerüchteweise soll es seit dem Konflikt die Vorgabe aus dem Aufsichtsrat geben, dass Baublies das Unternehmen verlassen müsse. Dem 47-Jährigen wurde mehrfach gekündigt, es wurden angeblich zu viel bezahlte Bezüge zurück verlangt.

Stand: 27.12.2019, 16:34

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