Thyssen-Krupp will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden

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Thyssen-Krupp will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden

  • Industriekonzern Thyssen-Krupp will betriebsbedingte Kündigungen verhindern
  • Ministerpräsident Laschet: Mitbestimmung funkioniert
  • 6.000 Stellen sollen gestrichen werden, 4.000 davon in Deutschland

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp will bei dem geplanten Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Das sehe eine Grundlagenvereinbarung des Unternehmens mit der IG Metall vor, teilte Thyssen-Krupp-Personalvorstand Oliver Burkhard am Samstag (11.05.2019) über Twitter mit. Die Vereinbarung mit der Gewerkschaft sei ein "gutes Signal". Sie beschreibe "was wir uns zumuten". Thyssen-Krupp will in den kommenden drei Jahren 4.000 in Deutschland streichen.

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Ministerpräsident in Essener Konzernzentrale

Zu den neuen Umbauplänen sind Gespräche zwischen dem Management und den Arbeitnehmervertretern angelaufen. Auch Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wertete die Gespräche als positives Signal.

"Für mich hat sich hier wieder gezeigt, die Mitbestimmung funktioniert", sagte Laschet in Essen. Nach Laschets Worten sollen die Arbeitnehmervertreter nun an jedem jetzt anstehenden Schritt beteiligt werden.

Laschet: Verständnis für unnachgiebige Konzernhaltung

Ministerpräsident Armin Laschet geht an einem Pkw vorbei, im Hintergrund ist das Schild der Essener Konzernzentrale von Thyssenkrupp zu sehen.

Ministerpräsident Laschet war zu Gesprächen in der Thyssenkrupp-Zentrale.

Thyssen-Krupp hatte nach Gegenwind aus Brüssel die Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata gestoppt und auch die geplante Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen für Werkstoffe und für Industriegüter abgesagt.

Laschet äußerte Verständnis, dass der Konzern der EU-Kommission nicht weiter entgegengekommen ist, um deren Zustimmung doch noch zu erhalten. "Es ist richtig, dass man nicht weiter nachgegeben hat, sondern jetzt einen Schnitt gemacht hat", sagte er.

Stahlfusion geplatzt: Wie geht es für die Mitarbeiter weiter?

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.05.2019 05:46 Min. Verfügbar bis 10.05.2020 WDR 5

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4.000 Entlassungen mehr als geplant

Der Konzern soll als Ganzes erhalten bleiben. Jedoch sollen in den kommenden drei Jahren 6.000 Stellen gestrichen werden, 4.000 mehr als bisher geplant. Entlassungen schließt Konzernchef Kerkhoff dabei nicht aus. Die IG Metall hatte mit Thyssen-Krupp für den Fall der Stahlfusion mit Tata weitreichende Beschäftigungsgarantien vereinbart. Laschet sagte dazu, "ich glaube, dass aus diesem Geist heraus auch das, was jetzt ansteht, gemeinsam gelöst wird". Von den 6.000 Stellen, die Thyssen-Krupp streichen will, sollen 4.000 auf Deutschland entfallen.

Stand: 12.05.2019, 10:19

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