Thyssen-Krupp-Stahlarbeiter stimmen für Tarifvertrag

Thyssen-Krupp-Stahlarbeiter stimmen für Tarifvertrag

Von Jörg Marksteiner

  • 92 Prozent stimmen für Tarifvertrag
  • 27.000 Stahlarbeiter sollen in neue Firma wechseln
  • Konzern bietet Job- und Standortgarantie bis 2026
  • IG Metall hatte für den Kompromiss geworben

Die Stahlarbeiter von Thyssenkrupp haben mit großer Mehrheit für den Tarifvertrag gestimmt, mit dem sie bei der geplanten Fusion der Sparte mit Tata Steel abgesichert werden sollen: Die 27.000 Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp bekommen nach der Fusion so langjährige Job- und Standortgarantien. 92 Prozent der Stahlarbeiter haben dem neuen Tarifvertrag zugestimmt.

Warum ist die Fusion umstritten?

Thyssen-Krupp möchte die konjunkturanfällige Stahlsparte gerne aus der Bilanz haben und gleichzeitig einige Milliarden Euro Pensionslasten loswerden. Die Betriebsräte zweifeln allerdings am wirtschaftlichen Erfolg einer Fusion.

Sie fürchten zudem, dass der beschlossene Abbau von 2.000 Stellen nur der Anfang ist. Vor allem kleinere NRW-Standorte wie Bochum, Gelsenkirchen oder Kreuztal könnten es künftig schwer haben. Der neue Stahlriese hätte 34 Standorte in ganz Europa, die um Auslastung und Investitionen rangeln.

Thyssen Betriebsrat zufrieden mit Tata-Fusion

WDR 5 Morgenecho - Interview | 06.02.2018 | 05:06 Min.

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Worüber wurde abgestimmt?

Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp demonstrieren in Bochum gegen die geplante Fusion mit Tata

Fusion mit Tata erzeugt Skepsis

Formal ging es um einen Tarifvertrag. Auf den hatten sich Gewerkschaft und Konzern geeinigt. Er soll eine Art Schutzschild für die Mitarbeiter sein. Der Kompromiss: Investitionszusagen und keine Entlassungen oder Standortschließungen bis September 2026.

Für drei problematische Werksteile in Bochum, Duisburg und Hüttenheim gilt die Zusage allerdings nur bis 2021. Außerdem wird der neue Firmensitz in Amsterdam sein, was den Einfluss der Gewerkschaft verringert.

Wer durfte abstimmen?

Nicht alle Stahlarbeiter, sondern nur die Mitglieder der IG Metall - insgesamt 20.500. Die Wahlbeteiligung lag bei der Abstimmung bei über 70 Prozent. 92 Prozent stimmten an allen 13 Standorten mit Ja.

Wie geht es jetzt weiter?

Jetzt wollen Gewerkschaft und Betriebsrat der Fusion zustimmen - vorausgesetzt, ein noch ausstehendes Gutachten belegt, dass die neue Firma wirtschaftlich solide ist.

Thyssen-Krupp will den Vertrag mit Tata möglichst im Frühjahr unterschreiben. "Thyssen-Krupp Tata Steel" könnte 2019 starten, wenn die Kartellbehörden zustimmen.

IG Metall und ThyssenKrupp vereinbaren Jobgarantien

WDR Aktuell | 22.12.2017 | 09:52 Min.

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Stand: 05.02.2018, 15:14