Wie wird der Thomas Cook Kunde entschädigt?

Wie wird der Thomas Cook Kunde entschädigt?

Von Anke Kückelhaus

  • Thomas Cook streicht Reisen für 2020
  • Kaum Entschädigung für Kunden
  • Haftungssumme von 110 Millionen Euro reicht nicht

Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook hat am Dienstag (12.11.2019) nun auch alle Reisen für 2020 abgesagt. Hunderttausende Kunden sind davon betroffen. "Es tut uns unendlich leid, dass wir nun auch unseren Kunden mit Abreise im neuen Jahr endgültig diese Nachricht überbringen müssen," sagte Geschäftsführerin Stefanie Berk.

Erste Entschädigungszahlungen ab Dezember

Die von der Insolvenz betroffenen Kunden sollen von Dezember an entschädigt werden. Dann soll voraussichtlich auch die genaue Höhe der Entschädigung feststehen, wie ein Sprecher des Versicherers Zurich Deutschland sagte.

Die Zurich Versicherung hat den Dienstleister Kaera mit der Abwicklung von Ansprüchen beauftragt. Wer eine Pauschalreise bei den betroffenen Veranstaltern gebucht und noch nicht angetreten hat, soll seine Ansprüche auf einem eigens eingerichteten Internet-Formular unter www.kaera-ag.de anmelden. Kaera ist auch Ansprechpartner für Reisende, die sich bereits im Urlaub befinden und vor Ort aufgefordert werden, Kosten zu übernehmen, die längst bezahlt wurden.

Thomas-Cook-Pleite: so nicht wieder Servicezeit 28.10.2019 05:18 Min. UT Verfügbar bis 28.10.2020 WDR Von Thomas Förster

Wer schon im Urlaub ist, kommt auch zurück

Wer eine Pauschalreise gebucht hat und sich bereits im Urlaub befindet, kann laut Thomas Cook seinen Urlaub ohne Einschränkungen fortsetzen. Hotelaufethalt, Transfers und Rückflüge seien gesichert. Bei Fragen sollen sich Kunden auch an Kaera wenden.

Zahlungen zurückbuchen lassen

Die Verbraucherzentrale rät Reisenden, die den Urlaub noch nicht angetreten, aber schon teilweise bezahlt haben, ihre Zahlungen zurückbuchen zu lassen. Wer allerdings vor dem 25. September 2019 gezahlt hat, dem Tag, als Thomas Cook Insolvenz angemeldet hat, wird voraussichtlich nicht die ganze Summe zurückbekommen.

Nach der Thomas Cook-Pleite: Tipps für Pauschalreisende Hier und heute 23.10.2019 09:40 Min. Verfügbar bis 23.10.2020 WDR

Vorsicht vor E-Mail-Betrügern

Thomas Cook warnt selbst vor Betrügern, die sich die Unsicherheit von Verbrauchern zunutze machen wollen. Kunden erhalten E-Mails, die aussehen, als kämen sie von Thomas Cook. In der Betreffzeile gehe es oft um die Erstattung der Reise. Abgefragt würden dann sensible Daten, wie Pass- oder Kreditkartendaten. Thomas Cook verschicke nie solche E-Mails und rät, sie sofort zu löschen.

Hoffnung auf nur wenig Entschädigung

Kunden können auf nur wenig Entschädigung hoffen. Die versicherte Summe von 110 Millionen Euro reicht bei Weitem nicht. Bis zum 1. November 2019 lagen laut dem Versicherer Zurich Gruppe Deutschland die Ansprüche schon bei 250 Millionen Euro. Die Ansprüche für die nun abgesagten Reisen 2020 kommen da noch obendrauf.

Stand: 12.11.2019, 18:39

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