Studie: Shoppingcenter-Boom vor dem Ende

Innenansicht des Einkaufscenter Limbecker Platz in Essen

Studie: Shoppingcenter-Boom vor dem Ende

  • 81 Shoppingcenter stehen an Rhein und Ruhr - Rekord
  • Der Markt ist gesättigt, sagen Kölner Handelsforscher
  • Neue Projekte seltener und kleiner
  • Trend sind Quartierlösungen mit Wohnungen und Büros

Die Autoren des am Dienstag (14.05.2019) vorgestellten Shoppingcenter-Reports sind sich sicher: Der Boom neigt sich dem Ende. Jahrelang wurden bundesweit zehn bis 15 neue Center pro Jahr eröffnet. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen 25 Jahren verdreifacht. Insgesamt gibt es bereits 483 Shoppingcenter – so viele wie nie zuvor.

Einkaufen in NRW: Der Trend geht zum "Quartier"

WDR 5 Morgenecho - Interview 14.05.2019 05:54 Min. Verfügbar bis 12.05.2020 WDR 5

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NRW ist Shoppingcenter-Spitzenreiter

In NRW ist die Shoppingcenter-Dichte besonders groß: 81 Einkaufszentren stehen an Rhein und Ruhr – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Darunter ist das Centro in Oberhausen, das mit Abstand größte und meistbesuchte Center Deutschlands. „Das ist schon sehr dicht“, sagt Studien-Autor Atzberger.

Trend: Vermischung von Läden, Wohnen, Büros

Ein paar weitere Standorte seien noch in der Planung. Etwa in Velbert und Bonn. Die seien aber sehr viel kleiner: "Was wir jetzt beobachten, ist aber, dass man die Anbindung zur Innenstadt sucht." Ein Trend ist auch die so genannte "Quartierslösung": Die Mischung von Ladenfläche im Center mit Fitnessangeboten, Büros und Wohnungen. Projekte dazu gebe es etwa in Herne, Ratingen und Düsseldorf.

Shoppingexperte Atzberger begrüßt diesen Trend: "Heute ist es eher so, dass man gemeinsam mit den Kommunen versucht, ein Konzept zu finden, damit in einer kleinen Stadt ein Center funktionieren kann." Den Investoren kommt das entgegen. Sie merken, dass Geschäfte alleine als Besuchermagnet nicht mehr ausreichen – eine Folge der Onlinekonkurrenz.

Shops wollen kleinere Läden

Früher war vor allem die Modebranche das Rückgrat vieler Center, heißt es in der Studie. Heute sind viele Textilanbieter aber vorsichtiger beim Anmieten von Flächen. Auch sie spüren die Konkurrenz aus dem Netz. Ähnlich sieht es bei Buchhandlungen, Schuhgeschäften und Elektronikanbietern aus. In leer werdende Flächen ziehen dann oft Gastronomie-Anbieter.

Das ist auch ein Grund für die vielen Umbauprojekte in alten Centern, die es an Rhein und Ruhr reichlich gibt: Laden-Zuschnitte werden geändert, neue "Food-Courts" und Unterhaltungsangebote entstehen. Modernisierung statt Neubau – auch das ist im Moment ein Shoppingcenter-Trend.

Stand: 14.05.2019, 00:00

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