Ufo ruft Flugbegleiter zu dreitägigem Streik bei Germanwings auf

Mitglieder der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo (Unabhaengige Flugbegleiter Organisation) streiken am 09.11.2015 am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen)

Ufo ruft Flugbegleiter zu dreitägigem Streik bei Germanwings auf

  • Streiks bei Germanwings ab Montag
  • Zahl der betroffenen Flüge noch unklar
  • Lufthansa äußert Unverständnis

Die Gewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter Germanwings zum Streik aufgerufen: Der Aufruf gelte vom 30. Dezember 0.00 Uhr bis zum 1. Januar 24.00 Uhr, teilte ein Sprecher der Gewerkschaft am Freitagabend (27.12.2019) mit.

Damit sind Reisende bei Flügen um Silvester herum betroffen. Vor allem dürfte es jene treffen, die nach Familienfeiern wieder nach Hause fliegen oder über den Jahreswechsel zu einem Kurztrip aufbrechen möchten. Wie viele Flüge in NRW von dem Streik betroffen sind, war zunächst unklar.

Möglicherweise 229 Starts bundesweit gefährdet

Nach Berechnungen des Fachportals "austrianaviation.net" soll Germanwings an den drei Streiktagen ein knappes Drittel des geplanten Eurowings-Flugprogramms absolvieren. Gefährdet sind danach 229 von 795 Starts aus Deutschland.

Die Schlichter hätten bis zum heutigen Tag nach einer Lösung in dem Tarifstreit gesucht, aber ohne Ergebnis, sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. Deshalb habe Ufo nun die Reißleine gezogen. Allerdings gehe die Gewerkschaft nicht gleich "aufs Ganze", es gehe nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Passagiere zu schädigen. Vielmehr habe der Konzern noch die Möglichkeit, Tarifforderungen zu erfüllen.

Lufthansa hält Konflikt für kaum lösbar

Wenn es jetzt aber kein Einlenken gebe, "dann werden wir während des Germanwings-Streiks sicherlich auch verkünden müssen, dass es bei den anderen Airlines Streiks gibt". Diese würden dann massiver und länger werden.

Detlef Kayser, Vorstand der Deutschen Lufthansa AG, äußerte sein Unverständnis über die Streikankündigung. "Hier wird offensichtlich ein Arbeitskampf missbraucht, um persönliche und finanzielle Interessen des Vorstandsbeauftragten der Gewerkschaft durchzusetzen", sagte er. Er betonte: "Der Konflikt ist für uns kaum lösbar, da Ufo sich seit Wochen weigert, schriftlich mitzuteilen, was die konkreten Inhalte der Forderungen ihres Beauftragten sind. So kommen wir nicht weiter und auch nicht in die Schlichtung!

Stand: 27.12.2019, 18:07

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen