Braunkohlerevier: Bunte Demo gegen Umsiedlungen

Braunkohlerevier: Bunte Demo gegen Umsiedlungen

Von Thomas Wenkert

  • Bis zu 3.000 bei Klima-Demo
  • Kampf um bedrohte Dörfer
  • RWE hält an Planung fest

Braunkohlegegner haben am Samstag (23.03.2019) rund um den Braunkohletagebau Garzweiler II demonstriert. Ein Sternmarsch startete in verschiedenen Orten rund um den Tagebau. Ziel war die bedrohte Ortschaft Keyenberg.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 3.000 Menschen an der Demo teil. Die Polizei Heinsberg sprach am Abend von 1.900 Demonstranten.

"Wir werden weiter kämpfen"

Demonstranten fordern auf Transparenten den Kohleausstieg

Einige Demonstranten waren aus Köln angereist und aus der Lausitz. Auf ihren Protestschildern riefen sie den RWE-Konzern dazu auf, endlich – so wörtlich – mit dem Irrsinn aufzuhören. Die Braunkohle sei einer der schlimmsten Klimakiller.

Johanna Winter vom Organisationsteam zog eine positive Bilanz: Die Demonstranten könnten stolz auf sich sein. Man werde gemeinsam weiter für den Erhalt der Dörfer kämpfen.

Neuer Fokus auf den bedrohten Dörfern

Der Widerstand gegen den Braunkohleabbau war generationsübergreifend. Alte und Junge demonstrierten für ein besseres Klima. Nach dem Kampf für den Erhalt des Hambacher Forsts konzentrieren sich Umweltverbände und Initiativen jetzt auf den Kampf für die Dörfer.

Ihrer Meinung nach muss kein Ort mehr zerstört werden, wenn Deutschland – wie von der Berliner Kohlekommission empfohlen – spätestens 2038 aus der Braunkohle aussteigen will.

Die Fakten aus der Kohlekommission Aktuelle Stunde 26.01.2019 01:58 Min. UT Verfügbar bis 26.01.2020 WDR Von Carolyn Wißing

Aber es gab auch kritische Stimmen: Und die kamen von Menschen, die in den betroffenen Dörfern leben. Ihrer Meinung nach kommt dieser Widerstand und diese Unterstützung zu spät. Man sei mitten in der Umsiedlung. Zahlreiche Häuser würden schon leer stehen.

Die meisten haben den Widerstand gegen die Braunkohle aufgegeben, obwohl sie vor vielen Jahren selbst gegen RWE demonstriert haben.

Der RWE-Konzern wiederum bleibt bei seiner Linie: Die Umsiedlung der fünf Erkelenzer Ortschaften werde nicht gestoppt. Das stehe auch nicht in den Empfehlungen der Berliner Kohlekommission.

RWE-Vorstand warnt vor "falschen Hoffnungen"

RWE wolle am Braunkohletagebau Garzweiler II festhalten, betonte Vorstandsmitglied Lars Kulik: Mit mehr als der Hälfte der Bewohner habe sich RWE bereits über ihre Umsiedlung geeinigt. Wer jetzt bei den Verbliebenen noch Hoffnung schüre, so Kulik, und sogar "Öl ins Feuer" schütte, der mache einen Fehler.

Zur Ruhe wird das Rheinische Revier so schnell nicht kommen. Schon im Sommer sollen weitere Protestaktionen rund um den Tagebau Garzweiler II stattfinden.

Stand: 23.03.2019, 19:40

Aktuelle TV-Sendungen