Joint Venture: Rheinmetall verstärkt sich in Großbritannien

Joint Venture: Rheinmetall verstärkt sich in Großbritannien

  • Rheinmetall kooperiert mit britischer Firma
  • Deal muss noch genehmigt werden
  • Gemeinsame Produktion von Militär-Fahrzeugen

Ungeachtet des drohenden Brexit hat Rheinmetall mit dem britischen Wettbewerber BAE Systems ein Gemeinschaftsunternehmen in Großbritannien für die Produktion von militärischen Fahrzeugen vereinbart. An dem Joint Venture, das unter Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL) firmiert, werde die deutsche Rüstungsschmiede 55 Prozent halten, teilte Rheinmetall am Montag (21.01.2019) mit.

Keine Zusammenhang mit Brexit

Die Genehmigung des Deals durch die Behörden werde in der ersten Jahreshälfte erwartet. Mit dem drohenden Brexit habe der Schritt nichts zu tun, sagte ein Konzernsprecher. Rheinmetall erhalte durch das Gemeinschaftsunternehmen vielmehr Zugriff auf eine Produktionsstätte im britischen Telford mit 400 Beschäftigten. Das werde dem Konzern bei dem zu erwartenden Auftrag über die gepanzerten Boxer-Fahrzeuge für die britische Armee nützen.

Großbritannien habe gefordert, dass die Wertschöpfung vor Ort stattfindet. Der Boxer wird von Artec gebaut, der Tochter von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Rheinmetall hält 64 Prozent an Artec. Großbritannien hatte 2018 den Wiedereinstieg in das europäische Boxer-Beschaffungsprogramm bekanntgegeben.

Bei einem weiteren Auftrag könnte das Joint Venture ebenfalls hilfreich sein. Unabhängig voneinander bewerben sich Rheinmetall und BAE Systems für die Modernisierung des britischen Panzers Challenger, das Pendant zum deutschen Leopard-Panzer.

Stand: 21.01.2019, 16:25

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