So wenige Privatpleiten wie seit 14 Jahren nicht

Rote und schwarze Zahlen unter der Lupe

So wenige Privatpleiten wie seit 14 Jahren nicht

  • 22.300 Menschen in NRW meldeten Privatinsolvenz an
  • Arbeitslosigkeit Hauptgrund für Privatpleiten
  • Anzahl der Fälle im Ruhrgebiet oft über NRW-Schnitt

Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat in Nordrhein-Westfalen - wie in ganz Deutschland - für weniger Privatpleiten gesorgt. NRW-weit meldeten im vergangenen Jahr gut 22.300 Menschen eine Privatinsolvenz an - 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Nordrhein-Westfalen ist das der niedrigste Stand seit 2005. Das geht aus dem am Donnerstag (21.03.2019) veröffentlichten "Schuldenbarometer" der Hamburger Auskunftei Crifbürgel hervor.

Grund für Besserung: "Gute Einkommensentwicklung"

"Der erneute Rückgang der Privatinsolvenzen liegt vorrangig an der weiterhin guten Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung bei den Privatpersonen", sagte Crifbürgel-Geschäftsführer Christian Bock. Arbeitslosigkeit gilt als eine der Hauptursachen für Privatpleiten.

NRW bundesweit im Mittelfeld

Im bundesweiten Vergleich liegt NRW mit 125 Privatpleiten pro 100.000 Einwohnern auf Platz 9 der 16 Bundesländer und damit im Mittelfeld. Der bundesweite Schnitt lag bei 107 Privatpleiten.

Deutlich besser als NRW sind Baden-Württemberg und Bayern mit nur rund 70 Privatinsolvenzen. Wesentlich mehr Privatpleiten pro 100.000 Einwohner verzeichneten das Saarland, Niedersachsen und Bremen.

Gelsenkirchen weit über NRW-Schnitt

Allerdings gibt es im strukturschwachen Ruhrgebiet, das mit dem Wandel von der Schwerindustrie zur Dienstleistung kämpft, weiter Probleme. So belegte Gelsenkirchen mit 223 Privatpleiten je 100.000 Einwohner unter den Großstädten den bundesweit zweitschlechtesten Wert nach Mannheim.

Teils weit über dem NRW-Durchschnitt liegt die Zahl der Privatpleiten auch in Dortmund (189), Duisburg (149) und Essen (138).

Männer melden häufiger Privatinsolvenzen an

Bundesweit knapp 60 Prozent der Privatpleiten des vergangenen Jahres wurden von Männern angemeldet. Das liege auch daran, dass im Fall einer Familieninsolvenz oft Männer als Hauptverdiener und damit als Verantwortliche für den Haushalt gelten, hieß es in der Studie.

Stand: 21.03.2019, 17:11

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