Vom Tesla-Coup könnte auch NRW profitieren

Elektroauto "Tesla Roadster" mit geöffneter Motorhaube.

Vom Tesla-Coup könnte auch NRW profitieren

  • Neue Tesla-Fabrik: Grünheide schlägt Euskirchen
  • Mögliche Aufträge für Zulieferer in NRW
  • Wichtige Forschung an anderen NRW-Standorten

Bis zuletzt hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung gehofft, doch nun ist klar: Tesla wird seine neue Gigafactory nicht in NRW bauen. Der Standort Euskirchen hatte sich angeboten – und zog jetzt den Kürzeren. Stattdessen kam Brandenburg zum Zuge. Jetzt hofft das Wirtschaftsministerium auf Aufträge für die Zulieferbetriebe im Land.

Die neue Fabrik sei ein „eine große Chance“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Tesla will seine E-Autos in der Nähe des Hauptstadtflughafens BER bauen und bis zu 10.000 Menschen beschäftigen. Geplant ist außerdem ein Entwicklungs- und Designzentrum.

Kurzarbeit und Stellenabbau bei Automobilzulieferer

Die Autoindustrie und ihre Zulieferer stehen unter großem Druck: Die Auto-Verkaufszahlen gehen weltweit zurück. Und für den Bau von Elektromotoren werden zukünftig deutlich weniger Mitarbeiter benötigt als für Verbrennungsmotoren. Das trifft auch die Zulieferbetriebe in NRW.

Erst kürzlich hat etwa AB Elektronik in Werne einen Stellenabbau angekündigt. Zudem denken viele Zulieferer inzwischen über Kurzarbeit nach oder haben diese bereits beantragt. Hier hofft das NRW-Wirtschaftsministerium, den Rückgang mit neuen Tesla-Aufträgen zumindest teilweise kompensieren zu können.

NRW wichtiger Standort für Elektromobilität

Dass die Entscheidung auf Brandenburg fiel, nennt der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer „überraschend, aber nicht abwegig“. Ausschlaggebend könnte gewesen sein, dass dort preiswerte Flächen zur Verfügung stehen und die Infrastruktur gut ausgebaut ist, meint Dudenhöffer. Und die Nähe zur deutschen Hauptstadt Berlin passe zu einer Premiummarke wie Tesla.

Auch ohne die neue Fabrik spielt NRW eine wichtige Rolle bei der Elektromobilität. Schwerpunkte dazu gibt es etwa an der RWTH Aachen und am Forschungszentrum Jülich. Und in Münster soll eine zentrale Batterieforschungsfabrik für ganz Deutschland entstehen.

Stand: 13.11.2019, 12:54

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