Pläne: Zwei weitere Stromtrassen durch NRW

Strommasten stehen bei Sonnenaufgang auf einem Feld.

Pläne: Zwei weitere Stromtrassen durch NRW

  • Stromnetzbetreiber wollen zwei zusätzliche Trassen durch NRW verlegen
  • Bundesnetzagentur muss Pläne prüfen
  • Die genaue Streckenführung ist noch unklar

Die Betreiber der Höchstspannungsleitungen wollen bis 2030 zwei weitere große Stromtrassen bauen und in Betrieb nehmen. Dies geht aus dem neuen Netzentwicklungsplan 2030 hervor, den die Unternehmen am Montag (04.02.2019) vorgelegt haben. Die zusätzlichen Gleichstrom-Kabel seien notwendig, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf 65 Prozent steigen solle.

Kabel werden unter der Erde verlegt

Die beiden zusätzlichen Höchstspannungsleitungen mit einer Gesamtlänge von 1.160 Kilometern sollen vor allem Windstrom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg transportieren. Ein Sprecher des beteiligten Betreibers Amprion aus Dortmund sagte dem WDR, ein Verlaufspunkt könnte Hamm-Uentrop sein. Eine konkrete Steckenführung sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch unklar.

Bundesnetzagentur plant weitere Stromtrassen

WDR 5 Mittagsecho 04.02.2019 02:16 Min. Verfügbar bis 04.02.2020 WDR 5 Von Jochen Hilgers

Wegen der hohen Ladeleistung der Gleichstromkabel sollen die Leitungen unter der Erde verlegt werden. Die Kosten für den zusätzlichen Netzausbau werden mit rund 52 Milliarden Euro angegeben.

Umwelthilfe fordert Bürgerbeteiligung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte, die Betroffenen in den Prozess einzubinden. "Die Menschen vor Ort müssen die Notwendigkeit der neuen Leitungen nachvollziehen können", sagte Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz bei der DUH. Die Anliegen der Bürger und Belange des Naturschutzes müssten schon früh in die Planung einfließen.

Bundesnetzagentur zurückhaltend

Ob die beiden zusätzlichen Trassen tatsächlich auch so kommen, ist noch unklar. Bis es eine Entscheidung darüber gibt, kann es noch dauern. Innerhalb der nächsten vier Wochen kann sich jeder auf der Internetseite www.netzentwicklungsplan.de zu den Entwürfen äußern. Die Vorschläge werden dann in den Entwurf eingearbeitet und an die Bundesnetzagentur übergeben.

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur wollte die Pläne nicht kommentieren. Ohne einen weiteren Netzausbau werde man die Energiewende nicht schaffen, sagte er dem WDR. Die Bundesnetzagentur werde einzelne Maßnahmen bewerten, wenn es so weit sei.

Stand: 04.02.2019, 17:07

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