Thyssen-Krupp-Chef wirbt für Aufspaltung

Martina Merz (links) und Guido Kerkhoff

Thyssen-Krupp-Chef wirbt für Aufspaltung

  • Kerkhoff erkärt sich auf Hauptversammlung
  • Thyssen-Krupp soll augespaltet werden
  • Merz an der Spitze des Aufsichtsrats

Der neue Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff hat für die geplante Aufspaltung des kriselnden Industrieriesen geworben. "Getrennt sind wir stärker", sagte er am Freitag (01.02.2019) bei der Hauptversammlung in Bochum. Mit der Abspaltung des Industriegütergeschäfts vom Werkstoffbereich mit dem Stahl, will Kerkhoff den Forderungen von Investoren nach einer Umstrukturierung entgegenkommen.

"Wir bleiben Thyssen-Krupp"

Nur noch 60 Millionen Gewinn waren im vergangenen Geschäftsjahr von mehr als 40 Milliarden Euro Umsatz übrig geblieben. Nach der Aufspaltung sollten "wieder höhere Dividenden möglich sein", umgarnte Kerkhoff die Aktionäre, die sich in diesem Jahr mit 15 Cent je Aktie begnügen müssen. Traditionalisten versicherte er: "Wir bleiben Thyssen-Krupp. Und zwar beide Unternehmen."

Merz seit November im Aufsichtsrat

Teil des Neuanfangs ist Martina Merz. Die 55-Jährige wurde zur neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Sie ist die erste Frau an der Spitze des Kontrollgremium. Die frühere Bosch-Managerin ist unter anderem Aufsichtsrätin bei Lufthansa. Sie war im November in den Thyssenkrupp-Aufsichtsrat berufen worden.

161.000 Mitarbeiter in 78 Ländern

Thyssen-Krupp ist noch immer ein Koloss mit mehr als 161.000 Mitarbeitern und Standorten in 78 Ländern. Die Beteiligungsliste umfasst 498 Positionen. Dieses Geflecht auseinanderzunehmen, ist teuer. Die Aufspaltung des Unternehmens wird nach Schätzungen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro kosten.

Stand: 01.02.2019, 18:50

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen