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So kauft man nachhaltig im Netz ein

Stand: 17.11.2021, 14:00 Uhr

Von Louisa Schmidt

Immer mehr Menschen kaufen im Netz ein. Und fragen sich dann: Ist das ökologisch eigentlich vertretbar, wenn massenhaft Pakete durch die Welt geschickt werden?

Überraschenderweise ist Onlineshopping aus Klimasicht oft sogar besser als der Einkauf im stationären Handel. Das ändert sich aber in der Regel dann, wenn man Waren als Retour zurückschickt. Und: Wenn Produkte online so einfach verfügbar sind und uns Instagrammer mit immer neuen Rabattcodes locken, kaufen wir oft einfach viel mehr als wir brauchen.

Lange Transportwege vermeiden

Mit einigen Tipps kann man den Shopping-Fußabdruck im Netz aber klein halten.

Erstens: Retouren möglichst vermeiden. Besonders häufig sind die in der Modebranche. Das liegt auch daran, dass es keine einheitlichen Kleidergrößen gibt. Will man online kaufen, bestellt man deshalb am besten bei einer Marke, deren Größen man kennt. Auch die immer kürzeren Lieferzeiten sind schlecht für die Umwelt.

Langlebige und gebrauchte Produkte kaufen

Für die Ökobilanz eines Produkts ist aber meistens etwas anderes viel entscheidender als der Transport: wie es hergestellt wird, wie lange es hält und wie leicht man es reparieren kann.

Wer nachhaltiger kaufen will, sollte nur das bestellen, was man wirklich braucht – und ansonsten bestenfalls zu Gebrauchtem greifen. Für Mode gibt es inzwischen unzählige gut sortierte und spezialisierte Onlineshops. Auch Branchengrößen wie Zalando sind ins Second-Hand-Geschäft eingestiegen.

Mehr Rechte beim Kauf von professionellen Händlern

Viele spezialisierte Händler prüfen und reparieren Elektrogeräte wie Handys und Laptops. Das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt für gebrauchte Smartphones zum Beispiel die Portale Rebuy und Asgoodasnew.

Bei Online-Gebrauchtwarenhändlern zu kaufen, ist oft teurer als der Kauf von Privatleuten – hat aber Vorteile. Kunden können Artikel zu Hause überprüfen und 14 Tage lang ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Außerdem müssen gewerbliche Verkäufer mindestens ein Jahr lang für Sachmängel haften, die schon bei der Lieferung bestanden. Einige Händler bieten zusätzlich eine Garantie an. Auch beim Kauf von Privat kann man prüfen, ob für das Produkt noch eine Restgarantie des Herstellers gilt.

Siegel bieten Orientierung

Wer nicht auf neue Ware verzichten will, sollte auf Nachhaltigkeitssiegel achten. Das Angebot Siegelklarheit hilft für verschiedene Produktkategorien, den Überblick zu behalten.

Auf Spontankäufe sollte man verzichten und bei Aktionen wie dem Black Friday nur das kaufen, was man wirklich braucht. Einige Onlineplattformen erleichtern es auch, in der Nachbarschaft Dinge wie Bohrmaschinen zu leihen.

Für alle gilt, egal ob man neu oder gebraucht kauft: Vorsicht vor dem sogenannten Rebound-Effekt! Viele kaufen sich zum Beispiel mehr Kleidung, wenn diese als nachhaltig hergestellt gilt. Oder erlauben sich besonders klimaschädlich die Flugreise, weil sie sonst grüne Produkte kaufen.

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