Metro-Chef rechnet nicht mit Wegfall von 10.000 Stellen bei Real

Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG.

Metro-Chef rechnet nicht mit Wegfall von 10.000 Stellen bei Real

  • Metro-Chef Koch widerspricht Darstellung des Betriebsrats
  • Betriebsrat rechnet mit Wegfall von 10.000 Stellen durch Real-Verkauf
  • Real-Mitarbeiter sollen laut Koch weiterbeschäftigt werden

Metro-Chef Olaf Koch rechnet nicht mit dem Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen durch die geplante Zerschlagung der Supermarkttochter Real. "Die jetzt ins Spiel gebrachte Zahl ist nach meiner persönlichen Einschätzung zu hoch", sagte Koch der "Wirtschaftswoche" am Mittwoch (15.01.2020).

Koch betonte, der Konzern setze sich in den Verkaufsgesprächen "für vertragliche Regelungen ein, nach denen die Real-Mitarbeiter von den übernehmenden Einzelhandelsunternehmen weiterbeschäftigt werden".

Betriebsrat rechnet "mit 10.000 Arbeitslosen"

Der Metro-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus hatte am Dienstag gewarnt, dass durch den geplanten Verkauf von Real fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet sei. "Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen", sagte er.

Allein durch die im Zuge der Neuordnung zu erwartende Schließung von rund 50 Geschäften seien rund 6.000 Arbeitsplätze bedroht. Weitere 4.000 Stellen könnten in den Fachabteilungen der weitergeführten Geschäfte und in der Zentralverwaltung wegfallen.

Eigentümer will nur einige Märkte selbst weiter betreiben

Die Metro will die 277 Real-Märkte in Deutschland möglichst bis Ende Januar an ein Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks verkaufen. Die künftigen Eigentümer wollen aber nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung.

Koch betonte, der Konzern habe für alle Real-Mitarbeiter, die trotz aller Bemühungen durch betriebsbedingte Kündigung ihren Arbeitsplatz verlieren, mit dem Betriebsrat bereits eine soziale Absicherung vereinbart. Damit werde das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung auch über den Verkaufstag hinaus gerecht.

Umsatz im ersten Quartal steigt leicht

Das wichtige Weihnachtsquartal verlief für die Metro nach eigenen Angaben im Rahmen der Erwartungen. Trotz negativer Effekte des Dauerstreiks in Frankreich und der Demonstrationen in Hongkong stieg der Umsatz im fortgeführten Geschäft - also ohne die zum Verkauf stehende Supermarktkette Real und das China-Geschäft - um 2,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro.

Die Metro zieht Bilanz

WDR 5 Profit - aktuell 12.12.2019 02:56 Min. Verfügbar bis 11.12.2020 WDR 5

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Dabei profitierte Metro allerdings auch von positiven Währungseffekten. Ohne diesen Rückenwind hätte das Umsatzplus lediglich bei 1,0 Prozent gelegen.

Stand: 15.01.2020, 15:31

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