NRW-Wirtschaft 2019: Großkonzerne auf Schrumpfkurs

Rohstahlrollen im Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg

NRW-Wirtschaft 2019: Großkonzerne auf Schrumpfkurs

Von Jörg Marksteiner

  • 2019 werden Großkonzerne Probleme bekommen
  • Karstadt und Kaufhof fusionieren
  • Thyssen-Krupp spaltet sich auf

2019 könnte für die großen Konzerne in NRW zu einem schwierigen Jahr werden. Zum Beispiel für Karstadt und Kaufhof. In "Kauf-Stadt" oder "Kar-Hof" werden die 175 Warenhäuser wohl nicht umbenannt. Doch 2019 wird die Fusion der NRW-Traditionshändler konkret.

Anfang des Jahres soll die Entscheidung fallen, welche Zentrale bestehen bleibt. "Wir stellen gerade Wirtschaftlichkeitsberechnungen an und verhandeln mit den Städten", sagte Firmenchef Stephan Fanderl in einem Interview. Köln und Essen hoffen beide.

Was passiert mit den Doppelstandorten?

Unklar ist auch noch, was mit den 24 Doppelstandorten passiert. Acht davon gibt es in NRW – wie in Düsseldorf, wo sich zwei Kaufhäuser direkt gegenüber stehen. Eine radikale Schließungswelle gilt als unwahrscheinlich, sagen Experten. Das wäre wegen der lang laufenden Mietverträge zu teuer.

Der Betriebsrat geht aber von einem Personalabbau unter den 32.000 Mitarbeitern aus. "Wir rechnen naturgemäß mit dem Schlimmsten", sagt Kaufhof-Betriebsrat Peter Zysik. Treffen könnte es vor allem Mitarbeiter in der Verwaltung, IT und Logistik.

Stellenkürzungen bei Bayer, Thyssen-Krupp und Eon

Stellenabbau, aber sozialverträglich und ohne Kündigungen – nach diesem Motto werden 2019 auch Tausende Arbeitsplätze bei den NRW-Multis Bayer, Eon und Thyssen-Krupp wegfallen. In allen Fällen sind die Details noch offen – niemand weiß, wen es an welchen Standorten trifft.

Das bringt 2019 für die Wirtschaft in NRW

WDR 5 Profit - aktuell 27.12.2018 04:41 Min. Verfügbar bis 27.12.2019 WDR 5

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Einen radikalen Schnitt plant die Essener Traditionsfirma Thyssen-Krupp – mit 38.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Land. Nach dem beschlossenen Abschied vom Stahl, will sich der Industrieriese aufteilen in zwei unabhängige Firmen. Wohl auch auf Druck von Finanzinvestoren. Ähnliche Wege hatten zuvor schon Bayer, Metro, Eon und RWE eingeschlagen.

Situation der deutschen Wirtschaft WDR aktuell 27.12.2018 01:28 Min. Verfügbar bis 27.12.2019 WDR

Aufspaltung ist gerade Mode

"Aufspaltung ist momentan Mode. Das macht fast jeder", sagt der Düsseldorfer Aktionärsschützer Thomas Hechtfischer. Früher galt es als chic, sein Risiko mit vielen Sparten zu verteilen. Heute sind an der Börse Spezialisten gefragt. Das bekommen viele NRW-Traditionsfirmen jetzt zu spüren.

Autozulieferer, Chemiefirmen und Maschinenbauer fürchten in kommenden Jahr ein Brexit-Chaos. Großbritanniens ist drittwichtigstes NRW-Exportland.

Nach Berlin schaut dagegen Energieversorger RWE. Ende Januar will die "Kohle-Kommission" vorschlagen, wie es mit der Braunkohle weiter geht. Wird der Versorger entschädigt? Wie viel Geld fließt ins Land? Das fragen sich nicht nur die rund 10.000 Beschäftigten im Rheinischen Revier.

Stand: 28.12.2018, 06:00

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