Aktuelle Daten zum Stand der Insolvenzen in NRW

Ein Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Aktuelle Daten zum Stand der Insolvenzen in NRW

Von Natalie Sablowski

  • Aktuelle Insolvenzzahlen für NRW
  • Im Corona-Jahr sinken Insolvenzen wegen rechtlicher Lockerungen
  • Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen täglich neu
  • Mittelfristig Pleitewelle befürchtet

Die Wirtschaft in NRW leidet unter der Corona-Pandemie enorm. Davon betroffen sind Unternehmen ebenso wie Verbraucher. Insolvenzdaten sind ein wichtiges Instrument wirtschaftspolitischer Entscheidungsfindung. Aufgrund der Corona-Pandemie droht Unternehmen und Verbrauchern nach wie vor eine Insolvenzwelle. Diese Seite gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Insolvenzen in NRW.

Aktuelle Insolvenzanmeldungen in NRW


Verbraucherinsolvenzen im Vorjahresvergleich

Mitte April sank die Zahl gemeldeter Verbraucherinsolvenzen an den Amtsgerichten in NRW. Grund dafür war neben der bundesweiten Ausgangssperre auch vielerorts der Notbetrieb der Gerichte. Kurz nach Erreichen des Vorjahresniveaus, sanken die Anmeldungen Anfang Juli erneut ab. Diesmal sorgt die Bekanntgabe einer Verkürzung der Schuldendauer durch eine Neuregelung des Insolvenzrechts für den Einbruch. Die EU-Richtlinie soll die Restschulddauer von durchschnittlich sieben auf drei Jahre verkürzen. Wer konnte, wartete den Oktober bis zur einer Insolvenzanmeldung ab. Zwar ist die EU-Richtlinie, die die Restschulddauer von durchschnittlich sieben auf drei Jahre verkürzt, noch nicht beschlossen, eine rückwirkende Einführung ab dem 1. Oktober gilt jedoch als sicher.

Verbraucherinsolvenzen auf Stadt- und Kreisebene

Die Karte zeigt die aktuelle regionale Verteilung an Insolvenzanmeldungen in NRW pro 100.000 Einwohner. Im November 2020 sind die Gebiete Rhein-Ruhr und Ostwestfalen-Lippe stärker betroffen als andere.

Unternehmensinsolvenzen im Vorjahresvergleich

Im März setzte ein stetiger Rückgang gemeldeter Unternehmensinsolvenzen ein. Eine wichtige Ursache dafür war die Aussetzung der Insolvenzmeldepflicht. Dazu zählen neben Unternehmen auch Solo-Selbstständige und Freiberufler. Die Aussetzung galt bis zum 30. Oktober und sollte Unternehmen vor einer coronabedingten Insolvenz schützen. Zahlungsfähige Unternehmen können noch bis Jahresende eine Insolvenz ohne rechtliche Konsequenzen aussetzen. Unter normalen Umständen müssten Unternehmer und Selbstständige oder deren Gläubiger innerhalb weniger Wochen einen Antrag auf Insolvenz stellen.

Unternehmensinsolvenzen auf Kreisebene

Regionale Verteilung der Unternehmensinsolvenzen in NRW auf Stadt- und Kreisebene pro 100.000 Einwohner in 30 Tagen. 

Betroffene Unternehmen vs. Solo-Selbstständige

Den Daten nach sind überwiegend Solo-Selbstständige und Freiberufler von einer Insolvenzanmeldung bedroht. Im aktuellen Schuldner-Atlas Deutschland 2020 schätzen Analysten, dass etwa zwei Millionen Freiberufler und Solo-Selbständige kurz vor einer Überschuldung stehen. Dieser Trend zeichnet sich in den Daten der Insolvenzanmeldungen noch nicht ab.

Stand: 12.11.2020, 16:16

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